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Über eine marine Permfauna aus Nordmexiko nebst Bemerkungen über Devon daselbst.

Haack, Wilhelm

Kurzfassung

In Band 65 dieser Zeitschrift gibt E. Haarmann ein neues Vorkommen von Paläozoicum in Nordmexiko bekannt, das um so größeres Interesse verdient, als bisher in Mexiko überhaupt nur an wenigen Punkten Paläozoicum mit Sicherheit festgestellt werden konnte und manche in der Literatur sich findenden Angaben auf höchst unsicherer Grundlage beruhen, wobei Fundortsverwechselungen und falsche Bestimmungen von Fossilien eine Rolle spielen. So sollte in der Nähe der Ostgrenze des Staates Coahuila, in welchem der neue Fundpunkt gelegen ist, Kohlenkalk auftreten, wie Persifor Frazer 1884 mitteilte, gestützt auf Bestimmungen von James Hall. Als aber später J. G. Aguilera die gleiche Gegend besuchte, konnte er dort weder Kohlenkalk noch sonst paläozoische Ablagerungen wiederfinden, stieß vielmehr auf mittelcretacischen Kalk, der zwar große Ähnlichkeit mit dem Kohlenkalk der Appalachen besaß, jedoch durch seine, Fauna und seine Lage im Schichtenverbande sich unzweifelhaft als der Kreide zugehörig erwies, die nach den wenigen über diesen Staat vorliegenden Berichten geologischen Inhalts die verbreitetste, gebirgsbildende Formation ist, und die, auch Haarmann öfter antraf. Eine Schichtenfolge gänzlich abweichender Gesteine entdeckte dieser aber im Gebiete der Hacienda Las Delicias weitab von allen Verkehrswegen im Südwesten des genannten Staates. Diese von ihm als ,Delicias-Schichten" bezeichneten Ablagerungen von mindestens 2000 m Mächtigkeit bestehen in ihrem unteren Teile ,vorwiegend aus Gerollen und verbackenen Sanden, meist vulkanischer Gesteine; nach oben werden die Gerölle kleiner und nehmen ab: mächtige Bänke vulkanischer Sande, die man stellenweise zuerst für verwitterte vulkanische Gesteine halten könnte, wiegen vor. Noch weiter nach oben folgen dunkle bis schwarze Mergelschiefer und Mergel, die Lagen von Geoden und Bänke von dunklem Kalk enthalten." ...