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Dilluviale Überschiebungen im Gips von Sperenberg und Segeberg.

Gagel, C.

Kurzfassung

Vor zwei Jahren hielt ich an dieser Stelle einen Vertrag und legte die Beweise (Abbildungen und Gesteinsproben) dafür vor, daß in dem saigerstehenden Anhydrit und Gips des Alberges bei Segeberg in Holstein schuppenförmige, flachfallende Überschiebungen diluvialen Alters vorhanden wären, die durch die Zwischenklemmung von Schichtpaketen diluvialer Schichten auf den flachfallenden Überschiebungsflächen mir bewiesen zu sein schienen. Reichlich die Hälfte meines damaligen Vertrags war dem Nachweis gewidmet, daß diese auf den flachfallenden Überschiebungsflächen eingeklemmten Schichtpakete (geschichtete Sande und Tonmergel, diluviale Konglomerate und Breccien) bei annähernd horizontal gerichteten Bewegungen der Anhydritschuppen an ihre jetzige Stelle gekommen sein müßten und gar nichts mit den auf steilstehenden Schloten und Klüften im Anhydrit auftretenden Diluvialmassen zu tun hätten! Im Anschluß an diesen Vortrag machte Herr Hess v. Wichdorff eine Diskussionsbemerkung (a. a. O., S. 142 bis 143), des Inhalts, daß an dem in ähnlicher Weise auftretenden Sperenberger Gipsstock keinerlei derartige diluviale Störungen, Einpressungen oder Überschiebungen vorkämen, mit der Angabe, daß auf Grund ,der zahlreichen fiskalischen Bohrungen sich hätte feststellen lassen, daß oftmals schiefe und gewundene bzw. zahlreich gekrümmte Schlottenbildungen auftreten, die mit Diluvial- und Tertiärmassen erfüllt seien, welche das scheinbare Auftreten der Diluvialmassen mitten im Gips erklärten, eine Erscheinung, die ganz analog den Beobachtungen bei Segeberg zu sein scheint". Ich habe auf diese Diskussionsbemerkung, die den Hauptinhalt meines Vertrages gar nicht beachtete und an allem, was ich festgestellt hatte - auch an den Segeberger mit Diluvium erfüllten Schlotten - völlig vorbeiging, deshalb damals nicht weiter geantwortet, da ich auch Sperenberg damals nur sehr flüchtig kannte. ...