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Granatsand-Dünen auf Ceylon.

Keilhack, K.

Kurzfassung

Das südliche Ceylon (siehe die Karte Tafel III) bietet rücksichtlich der Bildung von Stranddünen äußerst bemerkenswerte Gegensätze. Während einer Eisenbahnfahrt von Colombo bis zur Südspitze der Insel bei Matara hat man, da die Eisenbahn fast immer an der Küste verläuft, prachtvolle Gelegenheit, deren Aussehen zu studieren. Soweit die Mündungen größerer Flüsse nicht eine Versumpfung herbeiführen, beobachtet man ganz allgemein einen flachen Strand, aus mittel- bis grobkörnigen Quarzsanden ohne nennenswerte Beimengungen anderer Mineralien aufgebaut. Eine 1-2 m über mittlerer Fluthöhe liegende Strandterrasse zieht sich, mehrere hundert Meter, bisweilen auch fast einen Kilometer weit landeinwärts und grenzt dort entweder gegen höher ansteigendes Land, das aus Granit und krystallinem Schiefer aufgebaut ist. oder gegen flache sumpfige Niederungen. Stellenweise, wie bei Mount Lavinia, Point de Galle, Weligama, Matara, treten die Granite des ceylonesischen Gebirges unmittelbar an das Meer und bilden hier flache Kliffküsten und kleine vorgelagerte Inseln. In solchen Fällen kommt es zur Bildung flacher oder auch etwas tiefer eingeschnittener Buchten, die gute Häfen bieten, z. B. bei Point de Galle. Im übrigen aber verläuft die Küste der Südspitze Ceylons ganz außerordentlich geradlinig. Dünenbildungen fehlen ganz, und erst im äußersten Süden bei Matara stellen sich die ersten Quarzsanddünen von kaum 1 m Höhe auf der ebenen Strandterrasse ein (Tafel IV, Figur 1). Sie sind bewachsen mit eurer fettblätterigen rotblühenden Winde, Ipomoea biloba, einer hohen weißblühenden Liliacee, mit einem Stechapfel (Datura) mit riesenhaften weißen hängenden Blüten, mit Pandanus und mit einer der mexikanischen ähnlichen, aus Amerika stammenden Agave. Dichte Kokospalmenhaine ziehen sich bis unmittelbar zum Strand, und die Wellen bespülen ihre mächtigen zwiebelförmigen Wurzeln und unterspülen sie (Tafel IV, Figur 2), so daß die bis 30 m hohen Bäume ins Meer stürzen würden, wenn sie nicht mit den weiter landeinwärts stehenden durch ein System von Stricken in der Höhe der Blattkronen verbunden wären. ...