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Die Alethopteriden und Mariopteriden der Saarbrücker Schichten des Saarbeckens.

Kessler, P.

Kurzfassung

In den ,Abbildungen und Beschreibungen fossiler Pflanzenreste" sind vor kurzem in Heft VIII und IX zwei Monographien der Gattungen Mariopteris und Alethopteris erschienen, erstere von Herrn W. Huth, letztere von Herrn Fr. Franke. Beide haben das außerordentlich umfangreiche Material kritisch gesichtet, manches nicht zu diesen Gattungen gehörige gestrichen, manches neue hinzugefügt. Dank meinem umfangreichen Material aus dem Saargebiet ist es mir möglich, einerseits die Beobachtungen der beiden Herren zu ergänzen, andererseits einige Unrichtigkeiten zu beseitigen. Ich beschränke mich dabei auf das Saargebiet und auch hier nur auf die Saarbrücker Schichten. Die Gattungen Alethopteris und Mariopteris haben manches gemeinsam. Besonders scheinen beide keine Farne, sondern Pteridospermen zu sein. Bei beiden treten außer dem Hauptnerv Nebennerven in die Fiederchen letzter Ordnung. Übergangsformen zwischen beiden Gattungen sind selten, kommen jedoch vor. Häufiger sind Formen, die an andere Gruppen erinnern, so bei Mariopteris Sphenopteris-ähnliche Formen (Sphenopteroideae Huths), bei Alethopteris einerseits Formen, die an Pecopteris erinnern, andererseits solche, die mit Neuropteris Ähnlichkeit haben. Daß wir in den Gruppen der Carbonpflanzen, die wir mit den Namen Mariopteris, Alethopteris, Pecopteris, Neuropteris, Sphenopteris, Lonchopteris usw. bezeichnen, keine Gattungen haben, die vor botanischer Betrachtungsweise standhalten können, ist bekannt. Unsere Art, Carbonpflanzen zu bestimmen, kann und will auch gar nicht die Art des Botanikers sein, das überlieferte Material erlaubt bisher eine eigentlich wissenschaftliche Einteilung nicht; an ihre Stelle tritt eine für die Praxis bestimmte, auf äußere Merkmale, insbesondere die Beschaffenheit der Fiederchen l. O., basierte Einteilung. Aber auch hier läßt uns das überlieferte Material häufig, im Stich. Fiederchen von unteren Wedelteilen haben oft eine wesentlich andere Gestalt als die von oberen. Findet man nicht zufällig einmal einen ziemlich vollkommenen Wedel, ein äußerst seltener Fund, so ist man auf die Zusammenstellung, die Rekonstruktion, aus Übergangsformen zwischen den für tiefer und höher ansitzend gehaltenen Teilen angewiesen. ...