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Über einige problematische Fundstücke aus Erzgängen

Beck, Richard

Kurzfassung

I. Ein elefantenzahnartiges Gebilde auf einem Schneeberger Erzgang und ein ähnliches Fundstück von Schlaggenwald: Bereits meinem Amtsvorgänger A. W. Stelzner war von dem Direktor der Schneeberger Silberkobalterzgruben, Herrn Oberbergrat Tröger, im Jahre 1892 vom Erzgange Katharina Flacher bei Weißer Hirsch ein ganz sonderbares Gebilde übermittelt worden, das den genannten Finder an eine Wurst erinnerte, das man aber vielleicht noch treffender mit dem Stoßzahn eines Elefanten vergleichen möchte. Ehe das auf Taf. 1, Fig. 1 nach einer photographischen Aufnahme abgebildete Stück etwas näher beschrieben werden mag, sollen die geologischen Verhältnisse, unter denen es sich gefunden hat, kurz skizziert werden. Wir folgen hierbei den Angaben Trögers in Briefen an den Verfasser vom 1. Dez. 1897 und 20. Nov. 1900, die er durch eine in der beigefügten Texttafel 3 dargestellte Handzeichnung des Flachen Risses (Längsschnittes) des Katharina Flachen erläutert hatte. Weißer Hirsch ist die 1871 durch den Fund einer großen Anzahl seltener und teilweise damals ganz neuer Uranmineralien in mineralogischen Kreisen berühmt gewordene Grube, deren Schacht sich unmittelbar neben dem Schneeberger Bahnhof befindet. Der dortige Katharina Flache und Walpurgis Flache sind zwei der wichtigsten und ertragreichsten Vertreter der nach NNW streichenden Schneeberg-Neustädteier Erzganggruppe, die im dortigen Gebiet spitzwinklig von der WNW streichenden Gruppe der Spatgänge geschnitten wird. Auf Weißer Hirsch setzen auch Morgengänge auf wie die in der Skizze des Flachen Risses angegebenen Percival und Brigitte Morgengang. Wie dieselbe Figur zeigt, hat man schon mit der 110 Lachterstrecke der Grube den sanft gerundeten Scheitel des Schneeberger Granitbatholithen unter seiner Hülle kontaktmetamorph veränderter Phyllite angefahren.