Original paper

Beiträge zur Geologie der Veroneser Alpen.

Boden, K.

Kurzfassung

Die im folgenden niedergelegten Ausführungen sollen eine Ergänzung zu den Aufnahmen in den Veroneser Alpen östlich der Etsch bilden, welche in den Jahren 1905 und 1906 ausgeführt wurden. Die Gelegenheit, in dem Gebiete neue Beobachtungen anzustellen und alte zu revidieren, wurde durch eine mehrtägige, im Anschluß an meine Wintervorlesung im März 1914 unternommene Exkursion sowie durch eine sich daran anschließende allerdings nur kurze Begehung gegeben. Zur Tektonik: Schon in der Morphologie der Berge tritt die plateauförmige Lagerung der Schichten aufs deutlichste in Erscheinung. Im allgemeinen senkt sich das Plateau südlich gegen die Ebene zu ganz allmählich. Teilweise fallen die Schichten jedoch auch flach gegen Südosten zu ein. Mehrere breite, flache Sättel und Mulden machen sich bemerkbar mit nordsüdlich und ostwestlich gerichteten Achsen, die jedoch den Plateaucharakter in keiner Weise beeinflussen. Die Gesamttektonik der die Plateauberge aufbauenden Schichten wird vor allem von der Tendenz beherrscht, an im wesentlichen nordsüdlich oder nordnordöstlich gerichteten Störungslinien gegen Osten oder Ostsüdosten mehr und mehr abzusinken. Am deutlichsten tritt dies bei den Flexuren am Monte Pastello und Monte Pastelletto in Erscheinung, die bereits vor Jahren von Bittner eingehend beschrieben wurden. Eine ganz ähnliche Abbiegung, die bei Mazurega schwach gegen OSO überkippt ist, zeigt sich weiter im Süden. Dieselbe wurde ebenfalls schon von Bittner erwähnt Dieser parallel verläuft eine etwas schwächere Abbiegung weiter im Westen zwischen Selva und Zengio östlich der Marmorbrüche im oberen Jura. Einen etwas anderen Bau zeigt die Flexur, welche bei Manone durchstreicht. Dieselbe geht nach Norden zu in einen nordsüdlich streichenden Bruch über, der möglicherweise aus einer Flexur hervorgegangen ist, und verläuft im Süden in die Verwerfung, welche durch das Fumanetal hindurchzieht, dessen linke Talseite abgebrochen ist. ...