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Laterit in Westaustralien

Walther, Johannes

Kurzfassung

Während das östliche Australien eine ziemlich mannigfaltige geologische Geschichte erkennen läßt, dehnt sich im Südwesten des Kontinents ein etwa 600 km breites und 500 km langes uraltes Massiv, reich an Goldseifen und Goldgängen und daher, trotz seiner Wasserarmut, durch einige Eisenbahnen erschlossen. Minenstädte blühen mitten in der öden Halbwüste rasch auf, sobald die Nachricht von neuen Goldfunden durch das Land eilt. Tausende von Goldsuchern sammeln sich in wenigen Wochen; Hotels und Banken, Kirchen und Golfplätze entstehen; Wasserkarawanen kommen heran; Maschinen und Filterpressen werden herbeigeführt und ein reges Geschäftsleben entsteht. Aber wenn die Goldführung der roten Verwitterungsdecke verschwindet, oder darunter der goldreiche Gang auskeilt, stirbt die neue Stadt ebenso rasch, wie sie entstand, und schon nach wenigen Monaten trägt der Wind die Wellblechdächer und die roten Lehmmauern davon; die Drahtseile hängen schlaff von den Forderschächten, und bald bewohnen nur noch Beuteltiere und Papageien die Ruinen. Gneise und ,Grünsteine" oftmals geschiefert und in steile Falten gelegt, die etwa SSO-NNW streichen, werden von Graniten, Peridotiten, Diabasen, Quarzporphyren und damit verbundenen Quarzgängen durchsetzt. Aber nur wenige dieser Gesteine sind so viel härter als ihr Nebengestein, daß sie die weite Hochebene überragen, die sich bei einer mittleren Hohe von 400 m in unermeßliche Ferne dehnt. Als niedrige Mauern ragen Quarzgänge über das Gelände und bieten dem Prospektor Gelegenheit, nach goldführendem Pyrit zu suchen, oder eine mit Quarz erfüllte Rohre hebt sich als rundlicher Härtling, über seine Nachbarschaft. Im Norden der Goldfelder überlagert eine etwa 150 m mächtige Reihe von Konglomeraten, Sandsteinen und Letten mit vulkanischen Decken die abgetragenen Falten. ...