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Über den Granitporphyrgang am Bahnhof Elbingerode.

Erdmannsdörffer, O. H.

Kurzfassung

Lossen, dem unermüdlichen Erforscher des Harzes, verdankt man die Einsicht in die verschiedenartige geologische Stellung der Porphyre dieses Gebirges, die, von Streng noch rein petrographisch als rote und graue Porphyre getrennt von ihm als zu zwei geologischen Gruppen gehörig erkannt wurden: eine, die als Apophysenfazies der Granitstöcke auftritt, und eine zweite, die in geologischer Vergesellschaftung mit Hypersthen- und Augitdioritporphyriten und ,Gangmelaphyren" einem selbständigen, in N-S-Richtung quer durch den Harz verlaufenden System von Spaltenausfüllungen angehören. In der Gegend von Elbingerode-Rübeland sind alle Typen, die in diesem Gangsystem auftreten, in einer Reihe von Steinbrüchen gut aufgeschlossen. Über die porphyritischen Gesteine sind von Lossen an mehreren Stellen Mitteilungen gemacht worden, den Enstatitporphyriten hat Solger eine ausführliche Bearbeitung zuteil werden lassen; über die granitporphyrischen Gesteine ist seit Streng nichts Wesentliches berichtet worden. Der beste größere Aufschluß in einem Gang dieser Art ist der altbekannte Steinbruch am Bahnhof Elbingerode. Der ca. 52 m mächtige Gang setzt mit einem Streichen von N 20° W bei steilem O-fallen im Stringocephalenkalk auf, dessen Lagerung N 80° O bei ca. 20° SO-fallen ist. Gut aufgeschlossen ist nur das östliche Salband, an dem der anstoßende Kalk auf mehrere Meter hin in einen zuckerkörnigen weißen Marmor umgewandelt ist. Die Grenze beider Gesteine ist, wo sie nicht durch Schlotten im Kalk unterbrochen erscheint, völlig scharf. Die auffälligste Erscheinung in dem Bruche ist die auch von Solger erwähnte dunkle Randzone; es ist ein an das Ostsalband stoßender, 5 m mächtiger Streifen des Porphyrs, deutlich dunkler als das Gestein im mittleren Teil des Bruches. Beide Teile stoßen an einer ziemlich scharfen Grenze zusammen, die dem Salband genau parallel verläuft. Dadurch wird der Anschein hervorgerufen, als sei dieser abweichende randliche Teil das basische Salband eines ,gemischten Ganges", und Solger gibt an, daß sein Gestein sich den Augitporphyriten nähere. ...