Original paper

Ein graphitführendes Pegmatitgeschiebe aus dem Diluvium vom Liszaguraberge bei Wronken in Masuren

Harbort, E.

Kurzfassung

Jedes charakteristische krystalline Geschiebe im norddeutschen Diluvium, das nach seiner petrographischen Beschaffenheit nur eine beschränkte regionale Verbreitung auf ursprünglicher Lagerstätte besitzen kann, hat ein besonderes Interesse für die Diluvialgeologie Deutschlands insofern, als es uns über die Strömungsrichtung des vorrückenden Inlandeises Aufschluß zu geben vermag, sobald es gelingt, das Heimatgebiet des betreffenden Gesteins festzustellen. Ich erlaube mir, Ihnen heute ein solches charakteristisches Geschiebe vorzulegen, dessen genauen Ursprungsort ich nach der Literatur bislang nicht bestimmen konnte, auf das ich insbesondere auch die skandinavischen Fachkollegen aufmerksam machen möchte, von denen vielleicht einer in der Lage sein wird, das Heimatsgebiet genau anzugeben. Es handelt sich um einen etwa 1/2 cbm großen Geschiebeblock im Zuge der Endmoräne, etwa 500 m südöstlich von Wronken, am Fuße des Liszagura (Fuchsberges) gelegen. Das Gestein ist nach seiner mineralogisch-petrographischen Beschaffenheit als ein grobblättriger Pegmatit-Syenit, zum Teil als Pegmatit-Granitit zu bezeichnen. Es besteht aus einem Gemenge von großen, fleischroten Orthoklas-Feldspäten mit Plagioklasen und dunklem Glimmer als Hauptgemengteil (Pegmatit-Syenit), zu denen in einem Teil des Blockes sich noch Quarz gesellt (Pegmatit-Granitit). Charakteristisch für dieses Geschiebe ist nun, daß sich außerdem als wesentlicher Gemengteil ein graues, metallisch-glänzendes Mineral hinzugesellt, das sich nach eingehenderer Untersuchung als Graphit erwies. Als akzessorische Gemengteile treten ferner in dem Gestein blaugefärbte Flußspat - Kryställchen sowie Apatit auf. Man wird demnach das Gestein als einen Biotit-Graphit-Syenit, bzw. als einen Graphit-Granitit bezeichnen müssen. ...