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Das Danien in Palästina mit der Leitform Pecten obrutus Conr. (= P. farafrensis Zitt. = Mayer-Eymari Newt.)

Blanckenhorn, M.

Kurzfassung

Bisher wurde angenommen, daß die oberste Kreidestufe, welche man gewöhnlich unter dem Namen Danien begreift, und die in der Libyschen Wüste Ägyptens durch Zittels Forschungen in großer Verbreitung und Fossilreichtum nachgewiesen wurde, dem nördlichen Ägypten, dem Sinai und dem ganzen syrisch-arabischen Gebiet fehle. Ja auch im östlichen Ägypten schien wenigstens nach den ersten Ergebnissen der Aufnahmen der ägyptischen Geologischen Landesanstalt die Vertretung des Danien nicht gesichert. Die sogenanntem Esnehschiefer der englischen Geologen und Pecten-Mergel und -Kalke mit Pecten Mayer-Eymari Newton, welche in der ganzen Arabischen Wüste vom Nil bei Esneh und Qeneh bis zum Roten Meer eine große Rolle spielen, wurden von den englischen Geologen und Paläontologen bereits dem Eocän zugerechnet, während deren Liegendes die Austern- und Cephalopodenkalke (mit Ostrea Villei, Trigonoarca, Arctica, Hamiten, Baculiten, Heteroceras usw.) sowie die phosphathaltigen Fischbonebeds und Koprolithenkalke von mir dem Campanien zugewiesen waren. Aber schon im Jahre 1900 stellte ich durch Vergleiche fest, daß das genannte Leitfossil Pecten Mayer-Eymari Newton mit dem Pecten farafrensis Zittel des Danien der Libyschen Oasen identisch und in den Mergelkalken der Arabischen Wüste mit Protocardien und vereinzelten winzigen Baculiten, also echten Kreidetypen vergesellschaftet sei. - So mußte der Komplex der Esnehschiefer und der zwischen ihnen liegenden Kalkbänke der Arabischen Wüste (trotz des anfänglichen Widerstrebens der englischen Geologen) noch der Kreide zugerechnet werden und konnte als der dortige Vertreter des Danien gelten, was dann durch die spätere Nachprüfung der von mir gesammelten Fauna der Blättermergel von Theben, die dem oberen Esnehschiefer stratigraphisch entsprechen, bestätigt wurde. ...