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Die Manganerzlagerstätten Belgisch-Luxemburgs in ihrer Beziehung zur Verwitterung der alten Oberfläche.

Krusch, P.

Kurzfassung

1. Der geologische Bau Ost-Belgiens; (Fig. 1 u. 2). Infolge der Besetzung Belgiens durch unsere Truppen hatte ich wiederholt Gelegenheit, die nutzbaren Lagerstätten des Landes zu besuchen. Meine letzte Reise führte mich in den belgischluxemburgischen Manganerz-Distrikt, mit dem sich die folgende Arbeit beschäftigen soll. Da diese Vorkommen in engster Beziehung zur Oberflächenverwitterung stehen, ist es notwendig, auf den geologischen Bau Ost-Belgiens einzugehen. Das Gebiet gehört den Ardennen und ihrem nördlichen Vorlande an. In den Ardennen wird ein kambrischer-silurischer Kern, das Hohe Venn, rings von sich mantelförmig anlehnenden devonischen Schichten umgeben. Nach Norden folgen die bekannten Steinkohlenablagerungen der Mulde von Haine-Sambre-Meuse, die sich nach Osten über Namur und Lüttich bis in die Gegend von Aachen erstreckt und dort ohne bemerkenswerte Unterbrechung in das Becken von Aachen und Holländisch-Limburg übergeht und das Plateau von Brabant im Osten und Norden (Campine) umrandet. Das Karbon taucht wie die modernen geologischen Übersichtskarten (Fig. 1) zeigen, in nördlicher Richtung unter die Kreide-, Tertiär- und jüngere Decke unter, welche die Oberfläche des Plateaus von Brabant bildet und sich nach Osten in das Niederrheingebiet erstreckt. Die jüngeren Schichten nehmen nach Norden an Mächtigkeit immer mehr zu, so daß schließlich nur noch Diluvium und Alluvium die Tagesoberfläche bilden. Gelegentlich der Aufsuchung der nördlichen bzw. östlichen Fortsetzung der Kohlenvorkommen von Haine-Sambre-Meuse und Holländisch-Limburg durch Tiefbohrungen lernte man den Sockel des Plateaus von Brabant genauer kennen. Deckt man Diluvium, Tertiär und Kreide ab, so ergibt die Verteilung von Kambrium bis Karbon ein wesentlich anderes Bild, als man es auf den geologischen Karten zu sehen gewohnt ist (siehe Fig. 2). ...