Original paper

Eine zylindrische Absonderungsform im Eibenstocker Granit.

Pietzsch, Kurt

Kurzfassung

Im 3. Heft dieser Monatsberichte beschreibt Herr R. Beck ein ,elefantenzahnartiges Gebilde" in einer sehr feinkörnigen Reibungsbreccie von Gangquarz eines Erzganges von Schneeberg in Sachsen und ein ähnliches Fundstück von Schlaggenwald in Böhmen, welches aber in einem im Gneis aufsetzenden Aplitgang liegt. Er kommt zu dem Ergebnis, daß es sich in beiden Fällen um Absonderungserscheinungen infolge Schrumpfung bei der Kontraktion der stark erhitzten Reibungsbreccie bzw. des sich abkühlenden, eben erstarrten Eruptivgesteins handelt. Diese Erklärung findet noch eine Stütze durch ein ähnliches Stück, welches als loser Block im Bett der Großen Bockau südöstlich von Eibenstock im Erzgebirge gefunden und von Herrn Oberförster Lehmann 1899 der Sammlung der Königlich Sächsischen Geologischen Landesuntersuchung zu Leipzig geschenkt wurde. Der in seinem größten Durchmesser etwa 25 cm messende Block, welcher in den Figuren 1 und 2 der Texttafel in etwa halber natürlicher Größe wiedergegeben ist, besteht nach der Sammlungsetikette aus ,normalem grobkörnigen Eibenstocker Tunnalingranit mit einem zylindrischen Einschluß von feinkörnigem Granit". Da im Eibenstocker Massiv und besonders in der Umgebung des Fundortes der feinkörnige Granit lediglich in Form von Gängen, Schlieren oder Schlierengängen im grobkörnigen auftritt, nicht aber umgekehrt, so ist er also im wesentlichen jünger als letzterer, und der Ausdruck ,Einschluß" kann infolgedessen nicht zu Recht bestehen. Es handelt sich im vorliegenden Block vielmehr um das stumpfe Ende einer im Querschnitt ungefähr kreisförmigen Apophyse von feinkörnigem Granit im grobkörnigen; und innerhalb des feinkörnigen Granits verläuft eine zylindrische Absonderungsfläche. Der von letzterer umschlossene pfropfartige Körper ist gegen 10 cm lang erhalten und hat fast genau kreisförmigen Querschnitt (siehe Fig. 2 der Tafel). ...