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Über einen Rundhöcker auf Quadersandstein der Löwenberger Kreidemulde

Kühn

Kurzfassung

Obgleich die Zeit schon 3-4 Jahrzehnte zurückliegt, in der die Entdeckung von Gletscherschrammen, Rundhöckern u. dgl. Nord- und Mtteldeutschland große Bedeutung besaß, da diese Gebilde das wesentlichste Rüstzeug der in ihrer Anwendung auf Norddeutschland neuen Inlandeistheorie im Kampfe gegen die alte Drifttheorie bildeten, so darf doch auch heute noch ein neuer Fund Anspruch auf einiges Interesse erheben. Sind doch wohl ausgebildete Rundhöcker auch am Rande der ehemaligen Inlandeisdecke, wo der präglaziale Untergrund vielfach zu Tage liegt, im ganzen nur spärlich vorhanden und haben zudem im Laufe der Zeit (durch Steinbruchbetrieb) eher ab- als zugenommen. Der Bundhöcker, von dem hier die Rede sein soll, ist etwa 2 km südwestlich von Groß-Hartmannskopf (das durch das einzige größere Vorkommen von Muschelkalk in Niederschlesien bekannt ist) gelegen. Fig. 1 zeigt die Örtlichkeit in einem Ausschnitt aus dem Meßtischblatt Gröditzberg, bei dessen geologischer Aufnahme ich den Rundhöcker schon im Jahre 1911 auffand. Es ist der mit dem Namen Geiersberg bezeichnete niedrige Hügel, der, wie man erkennt, mit mehreren anderen einen schmalen, von NNW nach SSO gerichteten Bücken zusammensetzt. Dieser aus dem Diluvium hervorragende Bücken besteht aus (turonem) ,Mittelquader". Hart an seinem Ostrande verläuft die weithin verfolgbare Verwerfung, die die Begrenzung der sog. Löwenberg-Goldberger Kreidemulde gegen die älteren Formationen - hier Buntsandstein - bildet. Mit der Verwerfung hängt die Steilstellung der Schichten des Mittelquaders und seine Bückenform zusammen. Von den bei dem Vortrage projizierten Bildern seien hier nur zwei wiedergegeben. Sie zeigen die Ansicht des nördlichsten Teiles des Hügels, und zwar das erste (Fig. 2) von NW aus gesehen. ...