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Zur Erklärung der Rillensteine des Niltals.

Blanckenhorn, M.

Kurzfassung

Herr W. Salomon hat bei Abfassung des vorstehenden Aufsatzes: ,Über die Entstehung von Rillensteinen" mich gebeten, im Anschluß daran, auch die Hauptergebnisse meiner Beobachtungen über diesen Gegenstand zu veröffentlichen, die ich schon in dem von ihm am Schluß erwähnten ungedruckt gebliebenen Vortrag in der Versammlung der Geologischen Vereinigung zu Marburg am 3. Mai 1913 hervorgehoben hatte; ich folge dieser freundlichen Aufforderung, und bin Herrn Salomon dafür um so mehr dankbar, als mir dadurch Gelegenheit geboten ist, meine Priorität zu wahren, außerdem das Thema selbst aus mehreren Gründen seit jenem freien Vortrag von mir nicht weiter verfolgt, und die Niederschrift und Veröffentlichung verschoben worden war, bis mir noch weiteres Beobachtungsmaterial nach bestimmter Richtung vorläge. Während meines wiederholten Aufenthaltes in Ägypten, besonders dem im Jahre 1906 im Niltal und einigen Tälern der benachbarten Wüste sammelte ich an den verschiedensten Stellen Kalkgerölle, deren Oberfläche durch Wüstenphänomene verändert waren. In Deutschland hatte ich schon seit Jahren in ähnlicher Weise bei meinen Kartierungen in Muschelkalkgebieten den Oberflächenerscheinungen bei Kalksteinen meine Aufmerksamkeit geschenkt. So hatte ich allmählich eine Fülle der ausgezeichnetsten Proben zusammengebracht, welche die Einwirkung von Pflanzenwurzeln, Flechten, Algen, Insekten, mechanischer Ritzung, der Temperaturschwankungen, Insolation, Verdunstung des Regenwassers, Taus, von aufsteigenden Salzlösungen und Sandgebläsen beleuchten konnte. Ich stellte an der Hand meines reichen Materials fest daß diese verschiedenen Ursachen auch ganz verschiedene Wirkungen hervorriefen, so ganz besonders bei den vielbesprochenen Rillen oder Furchen. ...