Original paper

Schindewolf, O. H.

Über das Oberdevon von Gattendorf bei Hof a. S.

Kurzfassung

Auf Anregung des Herrn Wedekind, dem ich auch hier für seine liebenswürdige Unterstützung bei meinen Arbeiten meinen herzlichsten Dank ausspreche, habe ich mich im vergangenen Sommer mit der Stratigraphie des Oberdevons der Umgegend von Hof in Bayern beschäftigt. Die geeignetsten Profile zum Studium des Oberdevons dieser Gegend bieten die seit langen Jahren in der Literatur genannten Steinbrüche von Gattendorf, die einem 25-35 ° NW streichenden und unter 20-30 ° SW einfallenden Devonzuge angehören. Der eine links der Fahrstraße Neu-Gattendorf-Gassenreuth gelegene Steinbruch ist leider jetzt fast ganz verfallen und somit stratigraphischen Untersuchungen unzugänglich geworden. In dem anderen größeren hingegen, der sich rechts der genannten Straße an einem nach Kirch-Gattendorf führenden Fußpfade erstreckt, ist bis in jüngere Zeiten noch gebrochen worden, und so war es geboten, an dieser Stelle die Arbeiten anzusetzen. Diese sind bis jetzt noch nicht zu einem vollkommenen Abschlüsse gelangt, doch schien es wichtig, im folgenden einige der gewonnenen Resultate der Öffentlichkeit zu übergeben, da ich, zum Heere einberufen, meine Arbeiten auf längere, Ungewisse Zelt unterbrechen muß. Es dürfte dies um so erwünschter sein, als der Käme Gattendorf, wie schon erwähnt, in der Devonliteratur eine große Rolle spielt, ohne daß bisher etwas Exaktes über die dort vertretenen Oberdevonstufen bekannt ist, da Alle Angaben auf den älteren Arbeiten von Münster und Gümbel fußen. Eine eingehendere Darstellung, vor allem auch der interessanten Cephalopodenfaunen, wird, weiterhin auf die übrigen Aufschlüsse der Umgegend von Hof ausgedehnt, nach meiner eventl. Rückkehr aus dem Felde erfolgen. Bisher wurden in dem. Profil von Gattendorf die Cheiloceras-, Postprolobites-, Laevigites- und Wocklumeria-Stufen Wedekinds nachgewiesen, über die nachfolgend einige spezielle Angaben gemacht sein mögen. ...