Original paper

Über tertiäre Quarzite der Umgebung von Essen.

Loesche, W.

Kurzfassung

Auf das Vorkommen tertiärer Quarzite bei Essen hat bereits Bärtling, durch mich darauf aufmerksam gemacht, hingewiesen. Ich beobachtete diese Quarzite zum ersten Male in der Ziegelei von Götte am Mühlbachtal zu Essen-Frohnhausen im Sommer 1911. Die Quarzite erinnerten mich in jeder Beziehung an die Braunkohlenquarzite der Kasseler Umgegend. Die Quarzite zeigen durchweg eine plattige Ausbildung von 25-35 cm Dicke und haben vereinzelt einen Durchmesser von über 1 m. Der Umriß ist ganz unregelmäßig vieleckig. Die Oberfläche ist eigenartig löcherig, bisweilen durchsetzt ein solches Loch von mehreren Zentimetern Durchmesser den Stein in seiner ganzen Dicke. An den senkrechten Seitenwänden, vor allem auf frischen Bruchflächen, sind deutlich nach unten sich verjüngende Kanäle ehemaliger Wurzelfasern sichtbar, deren Zentralkanal meist hohl ist. Auf der Oberfläche finden sich nicht selten deutliche Abdrücke von stärkeren Baumästen. Diese Abdrücke haben in der Oberfläche hohle Rinnen hinterlassen; sie lassen gleichzeitig deutlich erkennen, daß die Verkieselung nur die äußere Bindenpartie der Äste durchdrungen hat. Blattabdrücke wurden bisher nicht beobachtet. Die Oberfläche und Seitenwände sind glatt poliert, die Unterseite dagegen ist rauher. Oberflächlich sind die Quarzite von Eisen stark braun, seltener rot gefärbt. Bärtling weist an der erwähnten Stelle bereits darauf hin, daß eine größere Verbreitung derartiger Quarzite in hiesiger Gegend zu erwarten sei, und erwähnt noch ihr Vorkommen am Rhein-Herne-Kanal. Wie bei Essen liegen dort die Quarzite an der Grenze zwischen Diluvium und älteren Schichten, und zwar bei Essen unmittelbar auf dem Carbon, am Rhein-Herne-Kanal auf dem Senon. Durch mündliche Mitteilung erfuhr ich noch ein Vorkommen in einer Ziegelei in Essen-Bredeney. Ich selbst fand dann noch kürzlich einen solchen Quarzit im Ruhmbachtel bei Mülheim-Ruhr, etwa 1 km oberhalb der Walkmühle. ...