Original paper

Über die Hand und den Fuss von Dinotherium.

Dietrich, W. O.

Kurzfassung

Sucht man sich in den Sammlungen oder in der Literatur über das Skelett von Dinotherium zu unterrichten, so macht man bald die Erfahrung, daß die Kenntnis hierüber, im Gegensatz zum Gebiß, nicht allzu groß und nicht allzu genau ist. Auffallenderweise sind in den west- und mitteleuropäischen Fundstellen Knochen dieses Tieres überaus selten; ganze Skelette sind hier meines Wissens überhaupt nicht gefunden, während sie nach Osten hin häufiger zu werden scheinen. Am meisten Einzelknochen dürfte neben Eppelsheim die Lokalität Pikermi geliefert haben. Zusammenhängende Skeletteile sind von Franzensbad bei Eger bekannt; dieses Dinotherium bavaricum soll nach freundlicher Mitteilung des Herrn Prof. Dr. Schaffer in Wien neu aufgestellt und dabei osteologisch bearbeitet werden, bleibt daher in dieser Notiz unberücksichtigt. Mit einem anderen, anscheinend wenig vollständigen böhmischen Fund hat sich neuerdings Kafka (1913) beschäftigt. Die Fundgeschichte dieser als Dinotherium giganteum var. laevis Jourd. bezeichneten Skeletteile von Abtsdorf bei Böhmisch-Trübau ist heute nach 65 Jahren nicht mehr aufzuhellen, aber wie sich aus den Abbildungen ergibt, hat Kafka auch Hand- und Fußknochen von Mastodon mitbeschrieben (vergl. weiter unten). Der schönste neuere Fund dürfte das Dinotherium giganteum aus den pontischen Schichten beim Dorfe Manzati im nördlichen Rumänien sein, das Stefanescu (1894, 96, 06) bekannt gemacht und aufgestellt hat. - Verhältnismäßig viele Hand- und Fußknochen hat Pikermi geliefert; zusammengenommen dürfte davon in den großen Museen ein reiches Material vorhanden sein. Aus Vorderindien und Innerafrika sind bisher erst sehr spärliche Knochenfunde bekannt geworden. ...