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Grundzüge der Kriegsgeologie.

Bärtling, R.

Kurzfassung

In alle Gebiete unseres Wirtschaftslebens hat der Krieg aufs schärfste eingegriffen, überall verlangt er, daß sich die Erzeugung neuer Waren und Verwertung der Vorräte den durch ihn geschaffenen Verhältnissen anpaßt. Neuschaffend, umgestaltend und fordernd tritt er nicht nur Handel und Industrie, sondern auch den Wissenschaften gegenüber, die bereitwilligst ihr ganzes Können in den Dienst des Vaterlandes gestellt haben. Neue Zweige der Wissenschaften entstanden so in kurzer Zeit, und mancher sonst wenig beachtete wurde nun mehr als je gepflegt. Die Geologie, die bis zum Kriege beim Heerwesen wenig Beachtung gefunden hatte, blieb nicht mehr unbeachtet. Auch für sie galt es zu raten, zu helfen, Neues zu schaffen und sich veränderten Verhältnissen anzupassen. Viel hat sie dem Vaterlande schon gegeben, mehr noch wird es sein, wenn die begonnene Organisation vervollständigt und vervollkommnet ist. In den nur noch schwer übersehbaren Ästen der verschiedenen Teile der Geologie ist so durch den Krieg ein neuer Zweig hervorgelockt, anfangs kaum beachtet, bald aber stärker und stärker wachsend, die ,Kriegsgeologie". Neben der zunehmenden Organisation wächst auch die Literatur über die noch junge Kriegsgeologie oder ,Militärgeologie", wie sie W. Kranz nannte, als er ihre Beachtung und Pflege zum ersten Mal im Jahre 1913 forderte. Seine Ausführungen fanden damals selbst in Geologenkreisen nicht die Beachtung, die ihnen zukam, wahrscheinlich wohl deshalb, weil man bei dem Fachgeologen nur selten Interesse für militärische Fragen fand, umgekehrt fanden aber auch beim Heere die Anregungen von W. Kranz nicht die Beachtung, da man in diesen Kreisen wiederum nur recht wenig Verständnis für das Wesen und den Nutzen der Geologie antraf. ...