Original paper

Über die angebliche Umwandlung von Andalusit in Disthen in den Hornfelsen des Schürrkopfes bei Gaggenau in Baden.

Klemm, G.

Kurzfassung

Im 59. Bande dieser Zeitschrift (S. 131-214) hat H. Eisele eine ausführliche Untersuchung über ,Das Übergangsgebirge bei Baden-Baden, Ebersteinburg, Gaggenau und Sulzbach und seine Kontaktmetamorphose durch das Nordschwarzwälder Granit-Massiv" veröffentlicht. Er hat darin nachgewiesen, daß die vermutlich altpaläozoischen Sedimente jener Gegend durch den im Murgtale, oberhalb von Gernsbach an, und bei Baden-Baden aufgeschlossenen Granit eine Umwandlung erfahren haben, deren Starke mit der Annäherung an den Granit zunimmt, so daß sich ein Übergang aus den normalen Schiefern durch elfte Zone der Knoten- und Hornschiefer in typische Hörnfelse verfolgen läßt. Unter letzteren finden sich - besonders am Schürrkopfe westlich von Gaggenau - neben echten Andalusithornfelsen und Andalusitglimmerschiefern auch disthenreiche Hornfelse und solche, in denen Andalusit und Disthen nebeneinander vorkommen. Über das Auftreten des Disthens sagt Eisele auf S. 193 seiner Arbeit: ,Disthen stimmt nun zwar in chemischer Hinsicht mit Andalusit überein, insofern beiden die empirische Zusammensetzung (Si O5 Al2) zukommt. Trotzdem ist er für die Kontakthornfelse ein fremdartiger Bestandteil dagegen für dynamometamorphe kristalline Schiefer sehr charakteristisch, was nach Becke durch das kleinere Molekularvolumen gegenüber Andalusit erklärt wird. Da alle hier beschriebenen Hornfelse mehr oder weniger intensive nachträgliche mechanische Beeinflussung durch Druck erkennen lassen, auch ganz beträchtlich unser vorliegendes Gestein, so erscheint es uns geradezu naheliegend, hier den Disthen nachträglich aus Andalusit hervorgegangen ansehen zu sollen." ...