Original paper

Über das örtlich beschränkte Vorkommen; diluvialer Genoman-Geschiebe.

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Seitdem vor mehr als vierzig Jahren Dames das erste Cenoman-Geschiebe aus der Gegend von Bromberg beschrieb und ich bald nachher die weite Verbreitung gleicher Geschiebe mit gleicher Fauna für West- und Ostpreußen nachwies, sind alle Forscher sich einig gewesen, daß das Ursprungsgebiet jener Geschiebe in diesen Provinzen oder benachbarten Teilen der Ostsee anstehen müsse. Die durch Dames, Kiesow und Nötling beschriebene Fauna dieser Geschiebe bot somit die bisher einzigen Nachweise für ein Anstehendes in der Ostdeutschen Transgression des Cenoman-Meeres. Dieses Meer muß nordwärts bis zur jetzigen Ostsee und bis zum Breitengrade von Tilsit gereicht haben: denn so weit nördlich sind gleiche Geschiebe gefunden; es muß aber auch landeinwärts und südlich bis jenseits des 53. Grades nördlicher Breite gereicht, haben: denn unter 52 ° 51' 48'' N. Br. und 35 ° 11' 15'' liegt in der Provinz Posen die fiskalische Tiefbohrung Sieletz, in deren Bohrkernen ich die gleiche Fauna mit den Leitformen Lingula Krausei und Serpula Damesi, bedeckt von mächtigen Turonpläner, bei 653-657 m Bohrtiefe, mithin 555-559 m unter dem heutigen Meeresspiegel nachwies. Dagegen scheint in der Mitte der Provinz Ostpreußen das Cenoman zu fehlen, da nach P. G. Krauses ausführlicher Beschreibung des Heilsberger Bohrprofils dort Emscher auf Kimmeridge liegt. Innerhalb des Verbreitungsgebietes der diluvialen Cenoman-Geschiebe ist es min bemerkenswert, daß unter den hauptsächlich nach dem Inhalte der Königsberger und Danziger Museen durch Nötling aufgezählten Fundorten sich einzelne Gegenden durch eine relative Häufigkeit auszeichnen, während andere, dazwischen gelegene, gut durchforschte Teile des allgemeinen Verbreitungsgebietes gar keine oder nur ganz vereinzelte Funde aufweisen. ...