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Die Tertiärbildungen von Deutsch-Ostafrika.

Oppenheim

Kurzfassung

Tertiär ist in Deutsch-Ostafrika seit dem Jahre 1900 bekannt, wo Bornhardt die Aufsehen erregenden Resultate seiner geologischen Durchforschung dieses Gebietes herausgab und unter seinen Mitarbeitern W. Wolff die Tertiärmaterialien bestimmte. Es wurden damals an Stufen nur ausgeschieden ein mitteleocäner Nummulitenkalk mit zahlreichen großen Nummuliten und Assilinen und eine jüngere Meeresbildung, die für Pliocän angesehen wurde, aus welcher aber schon damals Lepidocyclinen vorlagen. In diesem Rahmen blieben unsere Kenntnisse einige Zeit eingeschlossen; doch schon 1907 vermutet William Anderson im Hinblick auf die Verhaltnisse von Madagaskar eine weit reichere Entwicklung des Tertiärs an der ostafrikanischen Küste im Norden von: Natal und Zululand. Drei Jahre später, 1910, hat dann E. Scholz in einer kleinen, aber wichtigen Mitteilung, weicher der Vortragende nicht ganz fern stand, wesentliche Bereicherungen unserer Kenntnisse hinzugefügt. Neben paläontologischen Einzelheiten bestehen diese hauptsächlich in der Ausscheidung von Schichten mit Nummulites intermedius D'arch., bei welchen es der Verfasser dahingestellt sein läßt, ob es sich hier um typisches Oligocän oder noch um Priabonien handelte. Die Lepidocyclinen führenden Kalke werden ihrerseits als unteres Miocän, als Äquivalente des unteren bis mittleren Aquitanien aufgefaßt. So wesentlich der Fortschritt auch war, den wir dem als Opfer des Weltkrieges dahingegangenen Scholz verdanken, so werden wir doch, sehen, daß die Gliederungsmöglichkeiten damit nicht beschränkt sind und daß Deutsch-Ostafrika ein überraschend reiches Profil durch die Tertiärformation darbietet. ...