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Beiträge zur Geologie des Niederrheines

Quaas, A.

Kurzfassung

III: Zur Gliederung der Hauptterrasse. In der bekannten großen Carstanjenschen Kiesgrube im Westabfalle des Hülserberges - nördlich von Krefeld - glückte A. Steeger, Krefeld im Jahre 1913 eine für unsere Kenntnis und Einzelgliederung des Niederrheinischen Diluviums recht wichtige und bedeutsame Beobachtung. In dem die damaligen beiden Grubenhälften trennenden ,Ouerriegel" erkannte Steeger innerhalb der Hauptterrasse, die hier in etwa 4-5 m Mächtigkeit die durch den Feinsandhorizont der Tegelen-Stufe von ihr. getrennte Älteste-Terrasse überlagert, einen auffallenden Wechsel sowohl in der Gesteinsführung und Farbe, als auch in den Lagerungsverhältnissen der Schotter. Auf die in den unteren Schichten gelbrot gefärbten, aus abwechselnden Kies- und Sandlagen aufgebauten typischen Rheinaufschüttungen der Hauptterrassenzeit folgen mit scharfer Grenze (die sich bei günstiger Nachmittags-Beleuchtung deutlich im Profil abhebt) dunklere und zwar ausgesprochen rost-bis braunrote Mittel- und Grobkiese. Sie lagern sich ,mantelförmig dem älteren Kern, der sie ein wenig überragt, an bzw. auf" und sind ausgezeichnet horizontal geschichtet. Treten in den heller gefärbten unteren Schichten noch stärker die Quarze und Quarzite (viel aufgearbeitetes Material aus den Ältesten-Schottern) hervor, so in den braunen oberen die weicheren, schiefrig-sandigen Gasteinsbestandteile, deren Eisengehalt die bunte Farbe bedingt. Auch fehlen hier Ton- und Feinsandbänke, sowie Einlagerungen von Blockpackungen und kantigen (miozänen) Braunkohlensandsteinen und -quarziten, die besonders den hangenden unteren Schichten eigen sind. Ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen den oberen und den unteren Hauptterrassenkiesen ist auch in der Lagerung zu erkennen: diese erscheinen durch starken Seitendruck kräftig gestaucht bis aufgepreßt, z. T. auch aufgerichtet, jene völlig ungestört und nahezu schwebend gelagert. Zwischen beide Schotterarten schiebt sich überdies ein schwach kalkhaltiger, dünner Ton- und Feinsandhorizont ein, der mit deutlicher Erosionsdiskordanz auf die liegenden Schichten folgt. ...