Original paper

Eine wichtige Verwerfungslinie im Münstertal (Ober-Elsaß).

Klähn, Hans

Kurzfassung

In meiner Arbeit ,Die Geologie der Umgebung von Colmar" (Mitt. der naturhist. Ges. Colmar 1914) habe ich auf eine Störungszone im Granit des Fechttales hingewiesen, die ich an der Wendelinuskapelle bei Türkheim, in einem Steinbruch oberhalb dieses Ortes und im Buchental beobachtet hatte. Quetschzonen aus der Umgebung von Münster werden bereits im ,Geologischen Führer durch das Elsaß", S. 342, angegeben. In dem Aufsatz ,Orographisch-geologischer und tektonischer Überblick der Gegend zwischen Rimbach- und Lebertal (Mitt. der Ges. f. Erdkunde u. Kolonialwesen zu Straßburg [Elsaß] 1913; 4. Heft) erwähnte ich die Störung nochmals, schrieb ihr ein vortriadisches Alter zu und bemerkte, daß sie während der Trias und im Tertiär wieder aufgerissen wurde. Meinen Beobachtungen und Bemerkungen tritt jetzt Van Werveke (Eine angeblich in die Buntsandsteinzeit fallende, Verwerfung im Tal der Fecht [Münstertal]; Mitt. d. geol. L. A. Els.-L. Bd. X, Heft 2; 1916) entgegen und schließt seine Ausführungen: ,Es ist demnach weder das Vorkommen einer vortriadischen Verwerfung, noch die nochmalige Bewegung in der Buntsandsteinzeit und im Tertiär erwiesen." Auf den nächsten Seiten sollen die folgenden vier Punkte nochmals behandelt werden: 1. Ist eine Störung von Türkheim bis Münster nachweisbar? 2. Kommt ihr wirklich vortriadisches Alter zu? 3. Fanden an ihr nochmalige Bewegungen in der Buntsandtein- und 4. in der Tertiärzeit statt? 1. An dem Nordgehänge der Fecht zieht zwischen Türkheim und Münster eine Störungszone entlang, die bis 800 m breit werden kann, wie zwischen dem Hunabühl und der Wendelinuskapelle. Sie wird durch geschieferten, gequetschten oder zertrümmerten oder durch zerriebenen und durch Kieselsäure wieder zusammengekitten Granit gekennzeichnet. An manchen Stellen beobachtet man streichende Gleitflächen. ...