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Zur Altersstellung der Paläolithe führende Kalktuffablagerungen bei Weimar.

Werth, E.

Kurzfassung

Die paläolithische Artefakte einschließenden, bis 20 m mächtigen Quelltufflagen von Weimar-Ehringsdorf-Taubach werden zwar zumeist dem letzten Interglazial zugewiesen, doch ist eine vollständige Klärung sowohl über die geologisch-stratigraphische Stellung wie über die Kulturzugehörigkeit der Artefakte auch bis heute noch nicht erzielt. Aus den seit 1871 als paläolithische Station erkannten Taubacher Travertinablagerungen machte A. Portis die ersten Flintwerkzeuge bekannt. Die Taubacher Fundstellen sind heute nicht mehr in Betrieb, ebenso sind nunmehr auch die letzten Steinbrüche des Travertinkomplexes von Weimar eingegangen. Dagegen ist das zwischen Weimar und Taubach gelegene Ehringsdorfer Lager durch eine Reihe großer Steinbrüche prächtig aufgeschlossen. Hier sind denn auch in jüngerer Zeit die wertvollsten und zahlreichsten Funde zur Urgeschichte des Menschen gemacht worden. Länge haben die Meinungen über die archäologische Stellung der Artefakte der Quelltuffe zwischen Weimar und Taubach hin und her geschwankt. Nunmehr scheint jedoch bei allen, die sich unvoreingenommen mit der Frage beschäftigt haben, die Meinung durchgedrungen zu sein, daß es sich hier um eine jüngere Stufe des Altpaläolithikums handelt. Diejenigen Autoren, welche Weimar-Ehringsdorf-Taubach älteren Kulturen, d. h. dem Chelléen oder Acheuléen zurechnen, stoßen sich an der interglazialen Begleitfauna und handeln offensichtlich nur unter dem Zwange einer von unrichtigen Voraussetzungen ausgehenden Chronologie. Schien also so die Stellung der Weimarer Diluvialkultur als warmes (interglaziales) Moustérien ziemlich festzustehen, so hat man neuerdings mit dem von O. Hauser jüngst aufgestellten. Micoquien zu rechnen. ...