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Hebung und Faltung im sogenannten Schollengebirge.

Stille, Hans

Kurzfassung

I. Die Diskussion über den ,Senkungsmechanismus": Nach eingehender Diskussion über die jüngere (saxonische) deutsche Gebirgsbildung war auf der Versammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft zu Greifswald im August 1912 die angeblich ziemlich übereinstimmende Meinung der Teilnehmer an dieser Versammlung von dem Vor- sitzenden F. Frech dahin zusammengefaßt worden, daß ,entgegen der Annahme einer saxonisch-kimmerischen Faltung der Gebirgsbau Mittel- und Norddeutschlands in mesozoischer und nachmesozoischer Zeit von Senkungserscheinungen, wie E. Suess sie angenommen hatte, beherrscht wird." Anknüpfend an diese Verhandlungen, an denen teilzunehmen ich verhindert war, habe ich in einem ,Die saxonische Faltung" betitelten Aufsatze in teilweiser Wiederholung älterer Ausführungen die aus dem Boden Deutschlands klar herauszulesenden Tatsachen, die ein vernichtendes Urteil gegen die in Greifswald aufs Schild erhobene Senkungstheorie sprechen, auseinandergesetzt und dabei namentlich gezeigt, daß in den tektonischen Phasen, d. h. in denjenigen Zeiten, in denen die ,Senkungen" eingetreten sein sollen, die angeblich gesunkenen Schollen aufwärts bewegt worden sind. Ich habe in diesem Aufsatze die vertikale Bewegungsrichtung des sich in Schollen auflösenden und dabei weithin die Form von Mulden und Sätteln annehmenden Inhaltes der deutschen Sedimentationsbecken deswegen in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt, weil hierin eben der Kern der ganzen Frage liegt; dieser Ansicht war man ja auch in Greifswald, indem man die abwärtige Bewegungsrichtung entgegen der Annahme einer ,Faltung" ins Feld führte. Der eigentliche Wortführer der Gegnerschaft gegen die saxonische ,Faltung" war in Greifswald R. Lachmann gewesen, der auch schon in älteren Arbeiten immer wieder mit Nachdruck den Senkungs mechanismus im Suess'schen Sinne als das Prinzip der jüngeren deutschen Gebirgsbildung vertreten hatte. ...