Original paper

Die Fauna der deutsch-ostafrikanischen Urgonfazies.

Hennig, Edw.

Kurzfassung

Von dem Auftreten der Urgon-Fazies im südlichen Deutsch-Ostafrika habe ich bereits früher Mitteilung gemacht. Indem ich die bisher vorliegenden Faunenelemente daraus gemäß dem damals gegebenen Versprechen (S. 27, Fußnote) bekannt gebe, fasse ich die noch durchaus unvollständigen Beobachtungen über jenen eigentümlichen faziellen Bezirk zuvor noch einmal kurz zusammen. Ein Übersichtskärtchen mag die Verbreitung des Vorkommens veranschaulichen. (Siehe S. 442.) Es geht daraus hervor, daß die unterkretazische Kalkriffzone sich im Osten der gleichzeitigen Sandstein-Plateaumasse und beide dem kristallinen Kontinentalblock randlich vorlagern. Breite wie Länge und, was die Karte nicht wiedederspiegeln kann, auch die vertikale Entwicklung der einzelnen Riffkomplexe wechselt nicht ganz unbeträchtlich. Ebenso ist selbstverständlich das Gestein und sein organischer Inhalt nicht überall ausnahmslos gleich. Es bedarf daher zunächst einer Auseinandersetzung mit dem Begriff Urgon. Auch in Südeuropa ist die Frage ,was ist Urgon?" nicht mit wenigen Worten klar und scharf abzutun. Das Vorkommen von Orgon selbst ist ein Typus, der selbstverständlich weder in der Gesamtheit seiner Einzelerscheinungen anderwärts sich wiederholen wird, noch auch irgendwie scharfumgrenzbar allen sonst gewohnten Faziesbildern schroff gegenübersteht. Wesentliche Faktoren sind Kalkreichtum der Sedimente, massiges stockartiges Auftreten der ehemaligen Riffe, Reichtum an Organismen, unter denen Orbitolinen, Korallen, Pachyodonten und Nerineen eine führende Rolle spielen. Aber gibt es derartiges nicht lauen anderwärts und schon in anderen Formationen (Malm, Muschelkalk, selbst Devon)? ...