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Über rezente und triassische Gebisse von Ceratodontidae.

Stromer, E.; Peyer, B.

Kurzfassung

1. Das Gebiß von Epiceratodus Forsteri Krefft sp. (Ernst Stromer): Die nachstehenden Untersuchungen wurden von mir in der Absicht begonnen, als Fortsetzung meiner zwei kleinen Abhandlungen über das Gebiß rezenter und tertiärer Lepidosirenidae (1910 und 1914), auch über dasjenige der Dipnoi monopneumones in systematischer Beziehung Sicherheit zu erlangen. Zunächst lag mir daran, fossile Zähne und Gebißreste, von welchen ich zahlreiche in der mittleren und oberen Kreide Ägyptens gefunden hatte, in wissenschaftlich einwandfreier Weise bestimmen zu können. Es hatte zwar schon Günther das Gebiß des rezenten Epiceratodus sehr gut abgebildet und richtig beschrieben (1872) und Miall (1878), Zittel (1886) und insbesondere Teller (1891) die Kenntnis des Gebisses des triassischen Ceratodus wesentlich gefördert, auch hatte Semon (1899) über die erste Anlage der Zähne von Epiceratodus sehr wichtige Befunde erzielt, über die Wachstumsstadien und die Variabilität der Gebisse und über deren systematischen Wert war aber noch viel zu wenig bekannt. Jedenfalls erfolgte nach wie vor die Bestimmung fossiler Einzelfunde ganz oberflächlich auf Grund der Beobachtung morphologischer Merkmale, lohne daß man über deren Bedeutung Klarheit hatte. Wie bei den Lepidosirenidae ging ich davon aus, daß die genaue Untersuchung rezenten Materiales die sichere Grundlage bieten müsse, nur bestand der Unterschied, daß dort zwei Genera und mehrere Arten in geographisch weiter Verbreitung, hier die eine auf zwei benachbarte Flüsse Queenslands beschränkte Art zur Prüfung kommen konnte. Denn der Versuch, zwei rezente Arten des Epiceratodus zu unterscheiden, fand mit Recht Ablehnung (Werner, 1905, p. 272). Meine Bemühung um Untersuchungsmaterial hatte nur teilweisen Erfolg. Ich erhielt nämlich durch die Güte Herrn Geheimrats R. v. Hertwig ein vorzüglich präpariertes Skelett in Alkohol aus der Münchener vergleichend anatomischen Sammlung, und durch die Herrn Oberstudienrats Prof. Lamperts einen getrockneten Schädel mit Unterkiefer aus der Stuttgarter zoologischen Sammlung, endlich durch die außerordentliche Zuvorkommenheit Prof. R. Semons und Geheimrat Fürbringers dessen prächtiges Material im Heidelberger anatomischen Institut zur Untersuchung.