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Die großen Dünengebiete Norddeutschlands

Keilhack

Kurzfassung

Die deutsche Literatur besitzt drei umfangreiche Werke, die steh ausschließlich mit den Dünen beschäftigen. Das älteste von ihnen ist das von Arzruni übersetzte, 1894 erschienene, in russischer Sprache aber bereits 1884 veröffentlichte Werk von Sokolow ,Die Dünen". Sodann haben wir das Handbuch des Dünenbaus von Gehard, dessen geologischen Teil A. Jentzsch bearbeitet hat, erschienen 1900, und das 1910 im Verlage von. F. Enke erschienene ,Dünenbuch", in welchem F. Solger die Geologie der Dünen behandelt hat. In keinem diesen Werke ist der Versuch gemacht worden, die geographische Verbreitung der Dünen innerhalb eines größeren Gebietes darzustellen und dabei den Gesetzen ihrer Verbreitung; nachzugehen. Sokolow bringt über die Verbreitung der Dünen und ihre großartige Entwicklung in den Flußtälern des nördlichen und südlichen Rußland zwar wichtige Mitteilungen, aber er macht keinen Versuch einer kartographischen Darstellung. Auch für das Gebiet des Deutschen Reiches ist noch nie der Versuch einer zusammenfassenden Karte der größeren einheitlichen Dünengebiete gemacht worden, obwohl hier die weitgehende geologische Durchforschung des Landes und das Vorhandensein vortrefflicher Meßtischblätter die Aufgabe ganz wesentlich erleichtern. Wie wenig noch vor 25 Jahren über die norddeutschen Dünen bekannt war, dafür möge wieder als Zeuge Sokolow dienen, welcher Seite 147 seines sonst vortrefflichen Werks schreibt, ,daß von einigermaßen bemerkenswerten Dünen in den Flußtälern der norddeutschen Ebene nirgends die Rede ist". Jentzsch gibt zwar für einige kleinere Gebiete - unteres Weichseltal, Umgebung von Berlin - die Verbreitung der Dünen an, geht aber im übrigen auf ihre regionale Verbreitung in Deutschland ebensowenig ein wie Solger der die Verbreitung der deutschen Binnenlanddünen mit einem Dutzend Zeilen erledigt.