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Über Fossilien aus dem östlichen Kleinasien.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Vor vier Jahren habe ich durch den Chemiker Herrn Dr. Neuenhaus in Biebrich am Rhein Fossilien aus dem östlichen Kleinasien zur Bestimmung erhalten, welche Herr Professor Manissadjan in Samsun gesammelt und nach Deutschland zur Bearbeitung gesandt hatte. Obgleich alle stratigraphischen Angaben fehlen, möchte ich doch nicht verabsäumen, die Ergebnisse meiner Bestimmungen hier niederzulegen, da das Gebiet, um welches es sich handelt, ziemlich abgelegen ist, und geologische Einzelheiten darüber bisher nicht allzu häufig sein dürften. Es handelt sich nämlich um Formen aus der Umgegend von Yozgad, Siwas, Malatia, Marasch und Aintâb. Samsun, das alte Amisus, der Wohnort des Herrn Manissadjan, ist ein Hafen an der Nordküste zwischen Sinope und Trapezunt. Yozgad und Siwas liegen von dort südlich im alten Galatien, jenes mehr südwestlich, dieses ziemlich direkt im Süden; Malatia 200 km von Siwas schon in Kurdistan, Marasch südwestlich von dort, östlich vom Antitaurus, in Cilicien, Aintâb südöstlich von Marasch in Nordsyrien unweit vom Euphrat. Über die geologischen Verhältnisse von Yozgad und von was verdanken wir P. de Tohihatchef zahlreiche Einzelangaben; Marasch hat die Grothesche Vorderasienexpedition berührt, über Aintâb Blanckenhorn berichtet. Malatia hat G. Berg vor einigen Jahren berührt; er giebt von dort a.a.O. p. 484 ,Kalksteine und Mergel in geneigter Lagerung" an, die von einem ganz kleinkörnigen Conglomerat mit Spuren eines Kohlenflötzes unterteuft werden. Das Ganze wird auf der dort beigegebenen Karte Taf. VI. mit dem tiefen Gelb, der Farbe des Eocän versehen. Zwei weitere Fandpunkte, Zile und Mersifum, finde ich nirgends erwähnt; vielleicht hat G. Berg den letzteren unter dem Namen ,Ova von Merzivan" im Auge. Sie liegen weit nördlich, schon im Gebiete des eigentlichen Pontus, südlich von Samsun, in der Nähe von Amasia, unweit des in der Nähe von Samsun mündenden Yeshil Irmak, des Iris der Alten.