Original paper

Über einige abnorme Formen bei den Ammoniten.

v. Bülow

Kurzfassung

Unter den Ammoniten finden sich bisweilen vereinzelte Individuen, welche zwar zweifellos zu der einen oder anderen Ammonitengattung gehören, sich aber durch irgendein auffälliges Merkmal von allen Gliedern der gleichen Art unterscheiden. Sie sind manchmal schon sehr richtig als aberrante Formen, als Abnormitäten gedeutet worden, bisweilen wurden sie aber auch als Typen einer neuen Species aufgefaßt und beschrieben. Dies letztere ist z.B. auch mit einem Ceratiten geschehen, den Blanckenhorn als Ceratites Brunswicensis n. sp. beschrieben hat. Das Original zur Blanckenhornschen Abhandlung liegt in der hiesigen Sammlung und ich möchte u. a. an dasselbe einige Betrachtungen allgemeiner Art anknüpfen. Es handelt sich um einen Ammoniten mit ceratitischer Lobenlinie und ceratitischem Habitus. (Fig. 1.) Er besitzt jederseits eine Reihe von spitzen, stacheligen Knoten, welche auf dem ersten Drittel der Flanken stehen, hier die Teilungsstelle der feinen, nach der Außenseite zu verwaschenen Kippen bildend. Auf dem Externteil stellen sich plötzlich etwa doppelt so viel starke, lappenartige Fortsätze ein, die Blanckenhorn als ,Querzähne" bezeichnet hat. Sie stehen nicht alle genau in einer Linie, sondern sind oft ein wenig nach rechts und links von der Mediane verschoben. Durch sie bekommt der Ammonit das Aussehen eines Zahnrades. Der Querschnitt ist hoch oval. Eine genaue Beschreibung des Stückes findet man bei Blanckbnhorn; hier sollen nur die hauptsächlichsten Charakteristika wiedergegeben werden. Der Autor hebt bei seiner Beschreibung schon sehr richtig hervor, daß die ,Zähne sich nicht, oder nur sehr schwach als Kippen auf die Seiten fortsetzen". Er hält diese Zähne also für Rippen. Ich glaube aber, daß dies keineswegs der Fall ist, denn es handelt sich hier gar nicht um einheitliche Zähne. Dieselben erscheinen vielmehr aus zwei Teilen zusammengesetzt, einem rechten und einem linken, die durch eine schwache Einsenkung voneinander getrennt werden.