Original paper

Der Steppeniltis, Foetorius Eversmanni Less aus dem oberen Travertin des Travertingebietes von Weimar.

Soergel, W.

Kurzfassung

Unter den diluvialen Schätzen des Städtischen Museums zu Weimar hat ein Iltisschädel (Inventarnummer 996), der dem oberen Travertin des Bruch Hirsch ,über dem Pariser unter der ersten Kulturschicht" entstammt, bisher nur geringe Beachtung gefunden. Mit dem Anwachsen der Fossilfunde im oberen Travertin des Travertingebietes von Ehringsdorf, dem immer deutlicheren Hervortreten des Unterschieds zwischen der Säugetierfauna des oberen und des unteren Travertin gewann auch dieses ältere Fundstück ein erhöhtes Interesse und es galt zu. prüfen, ob unser Fossil dem gemeinen europäischen Iltis, Foetorius putorius, oder dem sibirischen Steppeniltis Foetorius Eversmanni, zugehört. Hernn Konservator A. Möller, der mir den Fund zur Bearbeitung auslieh, sowie Herrn Professor W. Salomon in Heidelberg, der mir in seinem Institut einen eingehenden Vergleich unseres Stückes mit dem von Wurm 1913 beschriebenen jungdiluvialen Schädel von F. Eversmanni von Mauer gestattete, spreche ich auch an dieser Stelle meinen verbindlichsten Bank aus. Desgleichen Herrn Professor Matschie, der mir das reiche rezente Iltismaterial des Berliner zoologischen Museums freundlichst zur Verfügung stellte. I. Die Unterschiede zwischen Foetorius putorius und Foetorius Eversmanni: Die Selbständigkeit des Steppeniltis, Foetorius Eversmanni, gegenüber dem gemeinen Iltis, Foetorius putorius, wurde 1881 von Hensel in seinen ,Craniologischen Studien" an der Hand eines reichen Tabellenmaterials nachgewiesen für Schädel und Unterkiefer. Sein Werk ist die Grundlage für alle späteren Arbeiten auf dem Gebiet der Musteliden geworden; die von ihm in umfangreichen Tabellen festgelegten Variationsbreiten der verschiedenen Arten in den einzelnen Merkmalen des Schädels und Unterkiefers galten als ein zuverlässiger Maßstab für Artbestimmungen.