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Das Elbtalschiefergebiet südwestlich von Pirna.

Pietzsch, Kurt

Kurzfassung

Einleitung (Umgrenzung, Name, orographische Verhältnisse, Geschichte der Erforschung): Auf den Höhen, welche südlich von Dresden und südwestlich von Pirna die linke Seite des Elbtales begleiten und den Übergang von der Elbtallandschaft zum Erzgebirge vermitteln, kommt ungefähr zwischen den Tälern der Lockwitz bei Kreischa und der Markersbacher Bahra südöstlich von Gottleuba ein etwas über 20 km langer und bis 6 km breiter Streifen alter, teilweise kontaktmetamorpher Schiefergesteine zum Ausstrich (vgl. Fig. 1). Dieses in nordwestlicher Richtung streichende Schiefergebirge lehnt sich gegen SW an die Gneise des Erzgebirges an und wird gegen NO von granitischen Massen begrenzt, die man als den linkselbischen Teil des großen Lausitzer Granitmassivs anzusehen pflegt. Nach NW zu taucht das Schiefergebirge unter die Rotliegendsedimente des Döhlener Beckens hinab, unter denen durch mehrfache Schacht- und Stollenaufschlüsse seine weitere Fortsetzung nach NW hin und dadurch auch seine Verbindung mit dem alten. Schiefergebirge der Gegend zwischen Tharandt, Wilsdruff und Nossen erwiesen ist. Nach SO endlich verschwindet das zu untersuchende Schiefergebiet unter der geschlossenen Quadersandsteindecke der Sächsischen Schweiz und ist darunter erst wieder durch den Elbtalcañon unterhalb von Bodenbach-Tetschen angeschnitten worden. Für dieses nordwestlich streichende Schiefergebiet am Ostrande des Erzgebirges hat A. Hettner den Namen ,Dresdener Elbtalgebrige" vorgeschlagen, der später namentlich durch die Arbeiten von R. Beck weiter in die Literatur Eingang gefunden hat. H. Credner pflegte in seinen Vorlesungen über den geologischen Bau des Königreichs Sachsen die Bezeichnung ,Elbtalgebirgisches Schiefersystem" zu gebrauchen. Nun ist aber der Ausdruck ,Elbtalgebirge" bereits vorher von H. B. Geinitz in seinem bekannten gleichnamigen Werke für die Sandstein- und Plänerablagerungen der sächsischen Kreide vergeben worden, und ich halte es nicht für zweckmäßig, ihn gleichzeitig noch in anderer Bedeutung zu gebrauchen. Ich werde daher im folgenden den Ausdruck ,Elbtalschiefergebiet" anwenden und zwar mag darunter das ganze Schiefergebiet am Ost- und Nordostrande des Erzgebirges verstanden werden, soweit es nordwestliche (Lausitzer) Streichrichtung besitzt und also dem Elbtal ungefähr parallel verläuft. Die folgenden Ausführungen behandeln lediglich den eingangs umschriebenen Teil des Elbtalschiefergebiets südwestlich von Pirna. ...