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"Obersilur in der Lindener Mark bei Gießen"

Steuer

Kurzfassung

Südsüdwestlich von Gießen, die Orte Groß- und Klein-Linden umfassend, liegt die durch die Massenkalke und Dalmanitensandsteine in der geologischen Literatur wohlbekannte ,Lindener Mark". Hier sind in der neuesten Zeit, hart an der hessisch-preußischen Grenze, hauptsächlich auf hessischem Gebiet durch den Bergbau auf Manganerz wichtige neue Aufschlüsse geschaffen worden. Unter anderem wurde westlich der Straße Groß-Linden-Klein-Linden am Wege vom ,Eichelstück" nach ,Grube Grenze" ein Stolln nach Norden getrieben, aus dem ich bei einer Exkursion Bruchstücke von blauen Knollenkalken mit zahlreichen Orthoceraten erhielt. Da diese unmöglich zu den als mitteldevonisch angesehenen Massenkalken der Lindener Mark gehören konnten, machte ich mich sofort an die Untersuchung dieser Gesteine und Schichten und brachte nach mehrwöchentlichem sorgfältigen Durchklopfen eine wohlerhaltene Fauna zusammen, die neben zahlreichen Orthoceraten von silurischem Typus, einigen Brachiopoden und Zweischalern sehr reichlich Cardiola interrupta und viele körperlich erhaltene Graptolithen enthält.