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Über die Tiefbohrungen von Hirschgarten bei Köpenick und Gr.-Lichterfelde bei Berlin.

Hucke, Kurt

Kurzfassung

In dem Nachlasse des Ende Mai dieses Jahres zu Berlin verstorbenen Herrn, G. Schacko, der zuerst auf malakozoologischem Gebiete bekannt wurde, sich aber später dem Foramniferenstudium zuwandte, fand ich. Briefe, aus deinen hervorgeht, daß Herr Schacko für Herrn Landesgeologen Berendt seinerzeit eine Untersuchung der Bohrproben der Tiefbohrungen von Hirschgarten und Gr.-Lichterfelde auf ihre Mikrofauna ausgeführt hat. Außerdem fand ich Aufzeichnungen Schackos über das Ergebnis seiner Untersuchungen und eine Reihe von Bohrproben. Letztere sind kürzlich mit der Schackoschen Sammlung durch Kauf in den Besitz des Königlichen Museums für Naturkunde zu Berlin übergegangen. Da nun einerseits über die Bohrung Hirschgarten bisher nichts bekannt geworden ist, außer einer gelegentlichen Erwähnung im Archiv des Vereins der Freunde, der. Naturgeschichte in Mecklenburg Bd. 50, 1896, Seite 162 ff. und Seite 282 ff. durch Schacko selbst, andererseits die bisher übliche Deutung der tiefsten Schichten des Bohrloches zu Gr.-Lichterfelde als Paleocän durch die Schackoschen Untersuchungen in Frage gestellt wird, halte ich es bei der Wichtigkeit der beiden genannten Bohrungen für unsere Kenntnis von dem tieferen Untergrunde Berlins und seiner Umgebung für angebracht, die Tatsachen zu veröffentlichen, die sich aus dem Schackoschen Nachlaß über die Tiefbohrungen zu Hirschgarten und Gr.-Lichterfelde noch feststellen lassen. 1. Bohrung Hirschgarten: Im Mai 1890 erhielt Schacko durch Herrn Berendt die Bohrproben von Hirschgarten mit der Bitte um Untersuchung und dem Bemerken, daß dieselben Kreidemergel sein dürften, daß es aber an einem Beweise für diese Annahme bisher noch fehle. Aus Notizen Schackos zu diesen Bohrproben entnehme ich das folgende: Tertiär: 193 m Dunkelgrauer Ton, 198 m Desgleichen, 203 m Septarientontm 209 m Desgleichen, wenig Schwefelkies enthaltend. ...