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Devon-Fossilien von der bithynischen Halbinsel (Kleinasien).

Leidhold, Cl.

Kurzfassung

Einleitung Für die Kenntnis der Devon-Ablagerungen des Bosporus sind besonders die jahrelangen Untersuchungen P. de Tchihatcheffs maßgebend gewesen. Bereits im Jahre 1850 konnte er eine kleine Liste von Devon-Versteinerungen geben, die nach Bestimmung von de Verneuil und Haime ein unterdevonisches Alter dieser Ablagerungen erkennen ließen. Auf die große petrographische und zum Teil auch paläontologische Ähnlichkeit des bithynischen Devons mit dem rheinischen Unterdevon machte u.a. Dumont aufmerksam, der diese Bildungen in sein terrain rhénan stellte. Gelegentliche kurze Notizen über das Devon dieses Gebietes sind bei Gaudey und F. Roemer zu finden; letzterer stellte indessen alle fraglichen Schichten zum Mittel- und Oberdevon. Erst mehrfache Aufsammlungen von P. de Tchihatcheff, die de Verneuil und Archiac untersucht und beschrieben haben, stellten das Unterdevon-Alter außer Frage, ließen aber gleichzeitig erkennen, daß auch Mittel- und Oberdevon vorhanden sind. Dreißig Jahre später brachte Toula von einer Reise nach Kleinasien Devon-Versteinerungen mit, die von E. Kaysee beschrieben und abgebildet sind. Das Material der im folgenden beschriebenen Fossilien wurde von Herrn Dr. Paul Kessler auf einer geologischen Reise nach der bithynischen Halbinsel zusammengebracht. Ein Verzeichnis der an den einzelnen Örtlichkeiten gesammelten. Fossilien nebst kurzen Bemerkungen über das Alter der betrefflichen Schichten habe ich im Centralblatt für Mineralogie etc. gegeben. Die Versteinerungen stammen zum Teil vom asiatischen Ufer des Bosporus, und zwar vom Riesenberg (Yuscha Dagh) nördlich Beikos, und vom Ost- und Westabhang des Berges Bulgurlu östlich Skutari, zum Teil vom Nordufer des Marmara-Meeres, nämlich von den Ortschaften Pendik, Kartal, Yakadjik. Außerdem lagen mir aus letzterem Gebiet noch einzelne Formen vor von Soghangly, Karakoi und vom Berg Karabasch. ... Die Fundstellen von Kartal und Pendik liegen zwischen beiden Orten längs der Steilküste. Die Fauna von Yakadjik wurde südlich des Ortes rechts und links der Straße nach Maltepe bei Straßenbauarbeiten entdeckt. Über die genaue Lagerung der fossilführenden Schichten lassen sich keine näheren Angaben machen, da die tektonischen Verhältnisse in diesem Gebiet noch nicht erkannt sind und sehr verwickelt zu sein scheinen.