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Das Neogen in Kleinasien,

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Vorwort: ,Dans le Sud de l'Asie Mineure, on connaît en Carie, en Lycie et en Cilicie d'importants lambeaux de dépôts néogènes marins, qui paraissent appartenir principalement au Vindobonien. Les listes de fossiles, déjà anciennes qui en ont été données auraient besoin de sérieuses révisions." So schrieb Émile Haug noch vor kurzem; und andererseits druckt G. v. Bukowski 1904: ,Von den in dem übrigen Gebiete Kleinasiens, zumal im Innern, bekanntermaßen riesige Bäume einnehmenden neogenen Brack- und Süßwasserablagerungen haben vor allem jene Mysiens, Lydiens, Kariensi, Phrygiens, Pisidiens und Lykaoniens in neuerer Zeit streckenweise den Gegenstand genauerer Studien gebildet und sind aus denselben reiche Fossiliensuiten nach Europa gebracht worden. Doch ist die Bearbeitung dieser paläontologischen Kollektionen größtenteils noch nicht so weit gediehen, daß schon jetzt über die stratigraphischen Resultate der betreffenden Untersuchungen ausführlicher berichtet werden könnte." Wenn ich hinzufüge, daß an diesem Zustand der Dinge auch im letzten Jahrzehnt. kaum etwas geändert wurde und daß neben anderen der geologischen Kenntnis Kleinasiens gewidmeten Werken auch die neueste Monographie von F. Frech noch deutliche Spuren dieser Unsicherheit hinsichtlich des Alters und der gegenseitigen Beziehungen dieser Neogen-Ablagerungen trägt, so bedarf-zumal in Hinblick auf die zahlreichen, mit diesen Fragen in inniger oder lockerer Verbindung Stehenden Probleme und in Hinblick auf die Wichtigkeit gerade der Neogenperiode für die Ausgestaltung der heutigen Landesoberfläche unseres Gebietes - die hiermit der Öffentlichkeit übergebene Untersuchung wohl keiner weiteren Erklärung. Sie stützt sich auf langjährige Vorarbeiten, in erster Linie an Materialien, welche A. Philippson auf seinen Reisen durch das westliche Kleinasien zusammengebracht und mir - die ersten schon vor etwa 15 Jahren! - zur Bearbeitung: übergeben hatte. Wenn anderweitige Aufgaben mich bisher verhindert haben, hier zu einem Abschlüsse zu gelangen, und diese Verzögerung mit Recht das Bedauern des befreundeten Verfassers erregt hatte, der seinem die Resultate seiner mühevollen und so erfolgreichen Reisen zusammenfassenden Werke nur wenige Bestimmungen meinerseits statt der erwarteten Monographie einzufügen in der Lage war, so freue ich mich um so mehr, das Versäumte hier noch nachholen und unter Hinzufügung weiterer Materialien, welche von Luschan schon 1885 in Lykien sammelte, wie von solchen, welche G. v. Bukowski in den neunziger Jahren aus Phrygien und Pisidien mitbrachte, auf noch breiterer Grundlage aufbauen zu können. Einleitung: Der ägäische Kontinent, zu dessen geologischer Geschichte die folgenden Blätter einige Daten zu geben gedenken, bildete eine geschlossene Landmasse, welche, von den dinarischen Ketten im Westen, den Donauländern im Norden, dem Schwarzen Meer im Osten umgrenzt, sich im Südosten und Süden weit nach Asien hineinzog.