Original paper

Über die Raumbildung plutonischer Massen.

Cloos

Kurzfassung

Der Vortragende legte als Ergebnis mehrjähriger, durch Auslandsaufenthalt und Kriegsteilnahme allerdings vielfach unterbrochener Arbeit eine Karte des Erongogebirges im Hererolande vor. Die Karte wird im Maßstabe 1 : 200 000 als Beilage einer geologischen Monographie des Gebirges von der Kgl. Geologischen Landesanstalt herausgegeben. Daneben wurden Einzeluntersuchungen aus dem neuerdings vortrefflich aufgeschlossenen Granit-Gneis-Kontakt von Strehlen in Schlesien in Grundriß- und Profilzeichnungen gebracht (ausführlich an anderer Stelle). Anschließende Erörterungen über die Raumfrage des unterirdischen Vulkanismus gelangten zu folgenden Ergebnissen: 1. Unter Umständen treten Tektonik und Vulkanismus in das Verhältnis der Stellvertretung. Größere Bewegungen der Kruste stellen Aufgaben, die durch kleinere gelöst werden. Das werdende Gebirge gleicht einer ständig sich erneuernden Entmischung der Drucke, welche wandernde Stoffe auszugleichen trachten - nach Maßgabe ihrer Plastizität. In der Lösung dieser Aufgaben können sich tektonische und vulkanische Reaktion vertreten oder ablösen. 2. Im Faltenlande sind es vorzüglich die Kerne breiter Gewölbe, welchen bewegliches Material zuströmt. Von verschiedenem wird das plastischste bevorzugt: Im Salzgebirge entstehen Ekzeme, Reihenekzeme; im Basler Kettenjura quillt die Anhydritgruppe in die Kerne. Dem entsprechen unter plutonischem Zufluß die Kernlakkolithen des Erongovorlandes, der Anden, zahlreiche Stöcke des variskischen Gebirges. Als allgemeinste Fälle dürfen gelten: die Anschwellung weicher Schichten im Verbiegungsknie, die Ausstopfung spröder Gewölbe mit Fältelungsknäueln aus formbarem Liegendem (Beispiele aus den Alpen, dem Kettenjura usw.), der Phakolith Harkebs.