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Über die Begriffe vados und juvenil und ihre Bedeutung für die Lagerstättenlehre.

Berg

Kurzfassung

Die Bezeichnungen vados und juvenil werden in der neueren Literatur, besonders in der mehr technischen, nicht eigentlich geologischen, oft unrichtig angewendet. Der Ausdruck vados wurde zuerst von Posepny gebraucht. Posepny bezeichnet als vadose Zirkulation diejenigen Grundwasserbewegungen, die einfach durch Gefälls- und Druckverhältnisse getrieben von einem Einzugsgebiet einem Quellgebiet zueilen. Das Gebiet der vadosen Zirkulation, das Vadosum, umfaßt also das Gebiet über dem Grundwasserspiegel und das darunter befindliche Gebiet der lebhaft bewegten Grundwasserströme. Soweit das Wasser noch freien Sauerstoff enthält, wirkt es oxydierend, soweit es noch Bestandteile des Gesteins in Lösung fortzuführen vermag, bewirkt es Verwitterungsvorgänge. Die Oxydationszone der Lagerstättenlehre und der belt of weathering van Hises sind also Teile des Vadosums. Auch die Zementationszone im Sinne der Erzlagerstättenlehre liegt noch im vadosen Gebiet, allerdings können infolge von Diffusionsbewegungen Zementationsvorgänge auch unter der Grenze des Vadosums noch eintreten. Der belt of cementation im Sinne van Hises, zu dem auch das Gebiet der diagenetischen Gesteinsumwandlung gehört, greift sogar tief unter das Vadosum hinab, liegt doch unter ihm bereits van Hises Zone des Anamorphismus, wo mit raumsparenden, dehydratisierenden Vorgängen die ersten Spuren der Bildung kristalliner Schiefer sich geltend machen. Wir können also in bezug auf das Grundwasser in der Erdrinde folgende fünf Grenzen unterscheiden, von denen die erste und vierte hydromechanischer, die drei anderen hydrochemischer Natur sind: 1. Grundwasserspiegel. Über ihm sind die Gesteinsporen zumindest in Trockenzeiten mit Luft, unter ihm mit Wasser erfüllt.