Original paper

Der Jura der Pfirt im Oberelsaß.

Grahmann, R.

Kurzfassung

Im Sommer 1913 und im Frühjahr 1914 habe ich den Jura der Pfirt aufgenommen, weil er den Schlüssel zu bieten schien zur Lösung einer Anzahl geologischer Fragen, die besonders inbetreff der gegenseitigen Beeinflussung von Oberrheintalgraben und Faltenjura von verschiedener Seite aufgeworfen worden sind. Die Urschrift meiner Arbeit wurde noch im Juli 1914 fertiggestellt, jedoch war es mir wegen des Krieges nicht möglich, die Arbeit zu veröffentlichein. Da ich neuerdings nach mehr als zweijähriger Unterbrechung mich wieder mit geologischen Aufgaben befassen kann, habe ich mich zu diesem vorläufigen Bericht entschlossen. Dieser kann natürlich nur das Wichtigste geben. Auf Literaturnachweise muß ich verzichten; auch fehlt besonders bei den allgemeinen Ergebnissen manche Beweisführung, da das zu weit geführt hätte. Ich muß dazu auf die Arbeit selbst verweisen. Stratigraphie. Hauptzweck der Arbeit war, die Lagerungsverhältnisse zu untersuchen; der Stratigraphie wurde daher im allgemeinen nur so viel Aufmerksamkeit gewidmet, als zum Verständnis der Tektonik nötig war. Es treten die Sedimente des Doggers und Malms, sowie des Oligocäns auf, ferner pliocäne und diluviale Schotter. Die Ausbildung der Juraablagerungen schließt sich an die im benachbarten Schweizer Jura an. Aalener- und Bayeux-Stufe haben nur geringe Verbreitung bei Köstlach und in der Kluse von Dürlinsdorf; Bathonien, in der Ausbildung des Hauptrogensteins mit mergligen Einschaltungen, bildet weithin den Kern der Bürgerwald- und der Glaserbergkette. Das Callovien ist nur geringmächtig entwickelt, Dalle nacrée fehlt. Von Interesse ist das Vorkommen der Zonenformen Macrocephalites macrocephalus, Reineckia anceps und Cosmoceras Jason neben vielen anderen Fossilien in einem Horizonte. Gegen Ende des Calloviens scheint sich eine Verlandung anzudeuten, die in vielen Teilen des Schweizer Juras nachzuweisen ist.