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Die Nordgrenze des Löß in ihren Beziehungen zum nordischen Diluvium.

Keilhack, K.

Kurzfassung

Seit A. Penck im Jahre 1888 den Aufsatz ,Mensch und Eiszeit" veröffentlicht und darin (Seite 14) aussprach, daß der Löß Deutschlands nur am Saume der Glazialformation ,über den älteren äußeren Moränen, dieselben nahezu gänzlich bedeckend" auftritt, ist der Satz, daß der Löß die Jungmoränenlandschaften meidet, die Altmoränen dagegen überkleidet, vielfach wiederholt worden und hat in Verbindung mit der Annahme eines interglazialen Alters zum Teil den Charakter eines Dogmas angenommen. In einer Karte hatte Penck in großzügiger Weise ,Stromgebiet der letzten Vereisung" und ,lößbedeckte äußere Moränen" unterschieden. Die Grenze beider sollte wohl den Nordrand der Lößverbreitung bezeichnen. Im mittleren Teile der Karte, d.h. von Minden bis Leipzig, ist diese Linie leidlich zutreffend, im Osten und Westen dagegen weicht sie bedeutend, bis zu Beträgen über 100 km, von der Wirklichkeit ab. Seit jener Zeit ist kein Versuch nieder gemacht worden, die Verbreitung des Löß in West- und Mitteleuropa und seine Beziehungen zum älteren und jüngeren Glazialdiluvium kartographisch, darzustellen, obwohl in den seit Erscheinen der Penckschen Karte abgelaufenen 30 Jahren viele neue Beobachtungen über die Verbreitung des Löß unsere Kenntnisse wesentlich erweitert haben. Ich habe deshalb diesen Versuch unternommen und in der beigegebenen Karte 1 : 3 700 000 die Nordgrenze des Löß von Calais bis Lublin auf einer Strecke von 1400 km, die Südgrenze des glazialen im wesentlichen nach der internationalen Karte von: Europa mit Berichtigungen in der Gegend südöstlich vom Teutoburger Walde, von Rotterdam bis zum mittleren Galizien und die Südgrenze der letzten Inlandeisverbreitung von Südholstein bis an die polnische Grenze zur Darstellung gebracht.