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Über geologisch wichtige Frosterscheinungen in gemäßigten Klimaten.

Behr, Fritz M.

Kurzfassung

Die jüngste monographische Bearbeitung der geologischen. Bedeutung, welche das abwechselnde Gefrieren und Wiederauftauen des Wassers im lockeren Boden oder in festem Gesteinen erlangen kann, hat der Schwede B. Högbom 1914 (1) geliefert. Er stützt sich dabei, wie dies erklärlich und zunächst am zweckdienlichsten erscheint, auf eigene und fremde Beobachtungen in arktischen Gebieten. Dort kann der winterliche Frost die tiefstgehende und zweifellos großartigste Einwirkung auf den Erdboden und die in ihm anstehenden kristallinen und sedimentären oder in Brocken lose darinliegenden Gesteine ausüben. Daneben aber bringt Högbom außer einer höchst dankenswerten, aber noch unvollständigen Zusammenstellung aller ihm erreichbaren einschlägigen Literatur (a. a. O., S. 384-389) eigene Beobachtungen aus den deutschen Mittelgebirgen, deren Ergebnisse auf das Vorhandensein solcher Frostspuren auch in gemäßigten Klimaten schließen lassen. Wie aus seinen Mitteilungen hervorgeht, war seine Reisezeit nicht besonders günstig gewählt. Denn wenn überhaupt solche Wirkungen des auskristallisierenden Wassers im Erdboden zu beobachten sind, so können sie mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit im Einzelfalle nur höchst selten Spuren hinter lassen, welche die unmittelbar darauf einsetzenden Frühjahrsniederschläge zu überdauern vermögen. ,Groß"-formen der Frostwirkung, wie Kare oder Blockmeere, sind davon natürlich auszunehmen. Meine eigenen, Beobachtungen über diesen Gegen stand stammen sowohl aus dem Flachland als auch aus dem Mittelgebirge. Sie wurden bei Gelegenheit eines Referates in Straßburg durch die Herren Geheimrat Bücking, Professor Sapper, Dr. Stoll und meinen Freund Dr. v. Bülow-Trummer in überaus liebenswürdiger Weise ergänzt.