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Literarische Bemerkung zur Gattung Bellerophina D'orb.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

D'orbigny bildete 1843 in seiner Paléontologie française, Terrains crétacés, Vol. II, Gastéropodes, auf Taf. 236, Fig. 7-11, ein spiral eingerolltes und gestreiftes Gehäuse von 6 mm Durchmesser aus dem Gault von Dienville aus dem Departement Aube ab und fügte auf S. 410 eine kurze Beschreibung hinzu: ,Ce genre, très-voisin de Bellérophes et appartenant probablement à la série des Nucléobranches, en diffère seulement par son manque de symétrie; c'est un Bellérophe sans sinus, dont la spire est un peu visible d'un côté seulement. J'ai dédié l'espèce, voisine de Bellerophon Urii, pour la forme et les stries, à M. le vicomte de Vibraye, à qui l'on doit la découverte." Auf Grund der Ähnlichkeit schuf D'orbigny für diese Art die Gattung Bellerophina. Gray führte D'orbignys Gattung, wohl infolge eines Schreibfehlers, als Bellerophorina an und wies sie den Fleurobranchiaten zu. Die schwankenden Ansichten über die systematische Stellung faßte Pictet zusammen. Danach wurde Bellerophina von v. Hüpsch, Defrance und anderen als Nautilide, von Deshayes als Pteropod, von de Koninck als Fisurellide angesprochen. Seine eigene Ansicht gibt er in dem Satze: ,On pourrait y voir une transition aux Bulles ou aux Trochides par le singulier genre Helicocryptus" wieder. Zugleich wies Pictet darauf hin, daß Bellerophina Vibrayei D'orb. bereits 1812 von Sowerby als Ammonites minutus aus dem Gault von Folkestone beschrieben und sonach fernerhin als Bellerophina minuta (Sow.) zu bezeichnen sei. Price und Jukes-Browne nahmen mit S. P. Woodward diesen Namen, für die englische Art auf. Stoliczka war geneigt, B. minuta (Sow.) bei den Heteropoden oder Opisthobranchiern einzuordnen. Zittel möchte unter Hinzufügung eines Fragezeichens in der ,einzigen Art die Embryonalschale irgendeiner Prosobranchier-Gattung" sehen.