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Die Redwitzite, eine neue Gruppe, von granitischen Lamprophyren.

Willmann, Karl

Kurzfassung

Einleitung: Rosenbusch begründete seine Abteilung der Ganggesteine in erster Linie auf der Eigenart ihrer Struktur, vor allem der sogenannten panidiomorphen Ausbildung, wie er sie z.B. als bezeichnend für Aplite resp. für Minetten und Kersantite anführt. Es ist schon lange bekannt und besonders von Weinschenk immer wieder betont worden, daß diese Strukturform zwar zahlreichen Ganggesteinen, oder wie Weinschenk sie bezeichnet, Spaltungsgesteinen eigen ist, daß aber einerseits die geologische gleichwertige Gruppe solcher Gesteine weder insgesamt noch auch nur zum größeren Teil diese Strukturform aufweist und daß andererseits zahlreiche nicht gangförmig auftretende Gesteine die gleiche Ausbildung besitzen. Wenn wir die Verhältnisse näher betrachten, welche für die Aufstellung der Gruppe der Ganggesteine maßgebend sind, so kann zunächst kein Zweifel obwalten, daß diese in geologischem Sinn meist ziemlich untergeordneten Massen keine selbständigen Bildungen sind, sondern stets das Ganggefolge größerer Intrusivmassen darstellen. Wenn wir auch in den Tiefengesteinen selbst mannigfache Änderungen der Mineralführung beobachten, so sind diese doch immerhin untergeordnet gegenüber den weitgehenden Unterschieden, wie sie z. B. zwischen einem Granit und einer Minette oder einem Kersantit bestehen. Dazu kommt noch, daß die Variationen im Tiefengestein selbst gewöhnlich durch ganz allmähliche Übergänge miteinander an Ort und Stelle verbunden sind. In den Ganggesteinen dagegen stehen sich die entgegengesetzten Typen oft scharf abgegrenzt gegenüber und es ist daher zweckmäßig, den Namen der Spaltungsgesteine für diese Gruppe von äußersten Spaltungsprodukten zu reservieren. Wenn man im Sinn von Brögger die abyssische und lakkolithische Spaltung auseinanderhält, so fallen die Ganggesteine Rosenbuschs oder die Spaltungsgesteine Weinschenks unter die erste Gruppe. ...