Original paper

Über ein Geschiebe (?) von Schlagenthin in der Neumark.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Der Bezirksgeologe Dr. Hans Menzel, welcher zum lebhaften Bedauern seiner Fachgenossen seit Beginn des Krieges vermißt wird, übergab dein Verf. im Jahre 1913 zwei Gesteinsstücke, welche nach dem beiliegenden Etikett in der Kiesgrube von Schlagenthin als Geschiebe gesammelt sein sollten. Aller Wahrscheinlichkeit nach war das Material einer Sendung beigefügt, welche die von I. Ponten in den jungen Meeresbildungen der Strophaden gesammelten und vom Verf. später studierten Konchylien enthielt. Ich habe das betreffende Gestein damals angesehen und, da ich mir aus ihm keinen Vers zu machen vermochte, wieder fortgelegt. Dies hat sich bei öfteren Gelegenheiten wiederholt, so daß bis jetzt die Angelegenheit unter anderen Beschäftigungen und unter den Ereignissen dieser schweren Zeit liegen geblieben ist. Irgendwelche persönliche Unterhaltung über den Gegenstand hat, wie ich hinzuzufügen nicht unterlassen will, zwischen mir und Menzel nicht stattgefunden. Die beiden Stücke sind etwa 9 cm groß und 3 cm dick. Die Oberfläche ist uneben, auf der einen Seite liegt frisches Gestein vor, auf der anderen zeigt es eine dünne Verwitterungsrinde. Die Spuren des Lagers, aus welchem die Stücke entnommen waren, lassen sich an ihnen nicht erkennen, weder sichere Überreste von Kies noch von Geschiebemergel haften an ihm von außen. Das Gestein ist ein ziemlich harter Oolith, in welchem zahlreiche Trümmer weißer, kalzinierter Schalen eingestreut sind. Die Farbe ist weißgrau, an den verwitterten Stellen schwärzlich. Die Oolithkörner sind verhältnismäßig groß und erreichen bis 2 mm Länge. Sie sind sehr unregelmäßig in der Gestalt, die langgestreckten erinnern äußerlich an die Schalen von Cypris faba Derm. ...