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Über paläozoologische Sammlungen.

Stromer, Ernst

Kurzfassung

Der Krieg hat mir ermöglicht, außer den mir schon gut bekannten Sammlungen im Jahre 1916 und 1917 neue kennen zu lernen, wobei sich mir die stärksten Gegensätze darboten, z. B. die in jeder Beziehung durchdachte, vorzüglich durchgearbeitete und glänzend aufgestellte Brüsseler und die Tübinger Sammlung, in welcher der z. T. äußerst wertvolle Inhalt leider nicht genügend zur Geltung kommt. Der Krieg legt auch den Gedanken nahe, daß die ihm sicherlich folgende Geldnot einer Wissenschaft, die nur sehr wenigen praktischen Nutzen hat und deren Betrieb nicht unerhebliche Mittel erfordert, verhängnisvoll werden kann, wenn nicht möglichst zweckmäßige, intensive Arbeit den Mangel an reichen Zuschüssen ausgleicht. Im folgenden sollen nun Erwägungen, die mich seit Jahren im stillen beschäftigten, die aber durch das neu Gesehene verstärkt und belebt wurden, vorgetragen werden, um denjenigen, die als Leiter, Angestellte oder Benutzer paläozoologischer Sammlungen ein Interesse an ihnen haben, neue Anregungen zu geben. Die Trennung von Schausammlung und wissenschaftlicher Arbeitssammlung, wie sie z. B. im Berliner Museum für Naturkunde durchgeführt ist, bietet solche zweifellose Vorzüge, daß sie nicht erst zu erörtern sind. Für viele Sammlungen wird sie aber durch räumliche Verhältnisse verhindert oder doch sehr erschwert und für kleinere lohnt sie sich nicht. Ein Mißstand ist dabei jedenfalls hervorzuheben, daß nämlich öfters wissenschaftlich sehr wertvolle Stücke derart zu Schauzwecken verwandt, z. B. in montierte Skelette eingefügt sind, daß sie sich nicht oder nur allzu schwer wissenschaftlich untersuchen lassen. Montierte Skelette sind eben so aufzustellen, daß sie leicht auseinandergenommen werden können, damit die so wichtigen Gelenkflächen, die Schädelunterseite und andere bei der Montage verdeckte Teile gut studiert werden können. Ergänzungen sind nicht, wie z. B. in der Stuttgarter Sammlung, so auszuführen, daß sie kaum erkennbar sind, sondern in der Farbe zwar nicht auffällig, aber doch deutlich vom Originalmaterial abweichend, wie es z. B. in der Münchener Sammlung gut durchgeführt ist. ...