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Die Tanganjika-Formation in Deutsch-Ostafrika.

Krenkel, E.

Kurzfassung

Das nördliche Ostufer des Tanganjikasees zwischen dem vierten und sechsten Grade südlicher Breite wird von einer sedimentären, mächtigen Formation eingenommen. Innerhalb ihres Verbreitungsgebiets finden sich jedoch auch in großer räumlicher Erstreckung Diabase als Decken und Gänge. Am Tanganjikasee selbst reicht diese Formation südwärts bis in die Nähe des hohen kristallinen Kungwestockes, nordwärts bis zu dem, bei dem kleinen Orte Njassa wieder emportauchenden kristallinen Grundgebirge der Landschaft Urundi. Ostwärts erstreckt sie sich annäherungsweise bis in die Flußgebiete des Malagarassi und Sindi. Zuerst von Dantz vom Mittellaufe des Malagarassi beschrieben, der diese Formation als ,Zone der roten, flach gelagerten Sandsteine" bezeichnete, wurde sie später von Tornau als ,Tanganjikaformation" in die geologische Literatur eingeführt. Dieser, in Anbetracht der geographischen Lage sehr geeignete Name wird im folgenden beibehalten werden, zumal das Alter der Tanganjikaformation bisher infolge ihres fast völligen Mangels an Fossilien nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte und demzufolge eine bereits mehrfach versuchte Herübernahme südafrikanischer, stratigraphisch vielleicht entsprechender Formationsbenennungen in dieser vorläufigen Mitteilung besser unterbleibt. Tornau hat die Tanganjikaformation in zwei Schichtgruppen gegliedert, in eine untere der ,Sandsteinschichten" und in eine obere, der ,Kalkkieselschichten". Die Beobachtungen, die zur Abteilung dieser zwei Gruppen führten, kann ich nach meinen Feststellungen im allgemeinen bestätigen. Wenigstens scheint es mir sicher, soweit die unten beschriebenen Profile in Frage kommen, daß nach oben hin die Tanganjikaformation mehr kalkige und dolomitische Glieder zahlt, als in den tieferen Komplexen, in denen Sandsteine und Tonschiefer überwiegen, Kalke aber keineswegs ganz fehlen. ...