Original paper

Über (?) Schwerspatperimorphosen im mitteldevonischen Massenkalk des Sauerlandes.

Behr, Fritz M.

Kurzfassung

Der niederrheinisch-geologische Verein hielt seine Jahresversammlung für 1912 in der Osterwoche des Jahres 1912 in Finnentrop im Sauerlande ab. Auf einem der Ausflüge sahen die Teilnehmer den großartigen Aufschluß im mitteldevonischen Massenkalk, welcher durch den ausgedehnten Steinbruchsbetrieb der Borghauser Kalkwerke, Abteilung Mecklinghausen, Akt.-Ges. zu Siegen bei. Grevenbrück geschaffen worden ist. Bei dieser Gelegenheit wurden von einzelnen Exkursionsteilnehmern, welche der Leitung von Herrn W. Henke-Berlin folgten, eigenartige Hohlformen im dichten, massigen Kalk beobachtet und aufgesammelt, welche in verschiedenster Größe auftraten. Ich glaube mich zu entsinnen, daß sie damals schon aus dem Kreise der Versammlung heraus als Mineralperimorphosen gedeutet worden sind. Dadurch aufmerksam gemacht, suchte ich bei Gelegenheit von Vergleichsausflügen, welche mich zur Untersuchung der Dolomitisierungserscheinungen wiederum in die Attendorner Devonmulde führten, weitere Belege zur Untersuchung der Bildung dieser Hohlräume zugrunde liegenden Ursachen zu erlangen. Dies ist mir in beschränktem Maße bei verschiedenen Besuchen gelungen. Ich hatte mich dabei von neuem der gütigen Unterstützung von Herrn Henkè-Berlin zu erfreuen, deren ich, wie auch mancher anderen wertvollen Fingerzeige, dankbar gedenke. Die Belege sind dem Geologischen Museum und Institut der Universität Bonn überwiesen worden, ein Belegstück entstammt der Sammlung von Herrn Henkè und wurde zur Bearbeitung in dankenswerter Weise von ihm zur Verfügung gestellt. Die Fundstelle für das in Frage stehende Material befand sich im Frühjahr 1914 in dem Steinbruch der Borghauser Kalkwerke, A.-G., welcher 800 m nordwestlich der Lennebrücke bei Borghausen an der Eisenbahn im Massenkalk liegt. Jn diesem Bruch wurde damals fast ausschließlich Dolomit gewonnen, welcher den größten Teil der Bruchwand bildete. ...