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Die Ritterquelle von Hecklingen bei Staßfurt.

Becker, A.

Kurzfassung

In einem Busch des Dorfes Hecklingen befindet sich eine eigenartige, reizende Naturerscheinung. Hier sieht man in einem kleinen Quelltümpel, der Ritterquelle, neben beständig fließenden Quellen auch solche aufsteigen, deren periodische Wirbel den feinen Sand, der den Grund deckt, aufwühlen und niedliche, schwarzumränderte Kreise erzeugen. Das Quellwasser hat 15,9 Härtegrade und eine mittlere Jahrestemperatur von + 10,5° C. Bei größter Kälte fällt die Quellentemperatur wenig unter + 10°, bei größter Hitze steigt sie wenig über + 11° C. Die Analyse des Wassers ergab nach Herrn Chemiker Dr. Steinkopf auf 1 l: 480 mg CaSO4 - 300 mg MgCl2 - 140 mg MgSO4 - - mg KCl - 990 mg NaCl. Das Quellwasser ist das Sickerwasser, das von dem Mittleren Buntsandstein des Heckinger Plateaus in die Zerrüttungszone der abgesunkenen Tone des Oberen Buntsandsteins gelangt und nun auf Verwerfungsspalten, die letztere durchziehen, emporsteigt. Gehen wir von der mittleren Jahrestemperatur, die für unsere Gegend 8-9° C beträgt, aus und legen die geothemischer Tiefenstufe von 35 m für 1° Celsius zugrunde, so stellt sich die Teufe, aus der die Wasser kommen, auf (10,6-8,6) · 35 m = 70 m.