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Der Gebirgsbau im holländisch-preußischen Grenzgebiet von Winterswijk, Weseke, Buurse usw.

Krusch, P.

Kurzfassung

Ein Blick auf die von der Rijksopsporing van Delfstoffen herausgegebene tektonische Übersichtskarte der westdeutschen Kohlengebiete zeigt an der Grenze von Holland und Deutschland in einer schmalen im allgemeinen nordsüdlich gerichteten Zone der Gegend von Winterswijk und Buurse eine Fülle in den verschiedensten Richtungen verlaufender Verwerfungen, während westlich davon in Holland und östlich davon im Gebiet des Niederrheins und Westfalens große Gesetzmäßigkeit im Streichen der Störungen herrscht (siehe Fig. 1). Es überwiegen hier die bekannten zwei Systeme, nämlich das nordwestlich gerichtete Hauptsystem mit bald nach Osten, bald nach Westen einfallenden Querstörungen und ein dieses annähernd rechtwinklig kreuzendes. Auf die verworrene Tektonik dieses nordsüdlichen Grenzgebiets will ich hier kurz eingehen. Die fragliche Gegend bildet eine höchst einförmige Ebene. Weite Flächen bestehen aus diluvialen Sanden usw., nur ab und zu stößt das von ihnen verhüllte Liegende in mehr oder weniger ausgedehnten Flächen hindurch. Die Kenntnis vom geologischen Bau hat sich infolgedessen nur langsam Bahn gebrochen. Die erste Etappe stellt die V. Dechensche Karte i. M. 1 : 80 000 dar, auf der der Autor die seit 1841 gesammelten Beobachtungen zahlreicher Forscher wie Hodius, V. D. Mark, F. Römer, Schlüter, Strombeck usw. bildlich zusammengefaßt hat. Einigermaßen genau festgelegt wurde so die Grenze der Oberen und Unteren Kreide; die übrigen Formationen sind im allgemeinen nur in rundlichen Flecken dargestellt, die kein klares Bild der Lagerungsverhältnisse geben. Besondere Beachtung schenkte V. Dechen in den Erläuterungen zur Karte den Solevorkommen, die später vergessen und erst im letzten Jahrzehnt gleichsam wieder entdeckt wurden. Er leitete den Salzgehalt der Quellen aber aus dem Münder Mergel her, da die Möglichkeit des Vorhandenseins von Trias und Dyas in der fraglichen Gegend für ihn nicht in Betracht kam.