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Die Glassande von Hohenbocka und ihre Stellung im Miocän der Lausitz.

Keilhack, K.

Kurzfassung

Im Kreuzungspunkt der Eisenbahnen Falkenberg-Kohlfurt und Lübbenau-Kamenz liegt die Station Hohenbocka. Das gleichnamige Dorf mit seiner Gemarkung bildet den Mittelpunkt einer Industrie, die den Namen des kleinen Lausitzer Dörfchens weithin bekannt gemacht hat. Hier wird nämlich in einer ganzen Anzahl von Gruben ein schneeweißer, zuckerkörniger, äußerst gleichmäßig gekörnter, glimmerfreier und nahezu ganz, aus Quarz bestehender Sand gewonnen, der für die Herstellung völlig farbloser Gläser verwendet und zu diesem Zweck weithin nach Rußland, Polen, Ungarn und selbst über das Meer nach Nordamerika versandt wird. Sein Hauptwert liegt in der fast völligen Abwesenheit von Eisenverbindungen. Die Glassandgruben beginnen am südwestlichen Abhang des Koschenbergs, jener aus Kulmgrauwacke, Granit und Diabas aufgebauten Kuppe im südlichsten Teil der Provinz Brandenburg, und ziehen sich von dort in einem schmalen Streifen auf die obengenannte Bahnkreuzung zu, in deren vier Quadranten je eine Glassandgrube sich befindet. Aus der südwestlichen Richtung schwenkt der Glassandzug hier um nach WSW und läßt sich in dieser Richtung bis zum Dorf Guteborn verfolgen, so daß sich eine Gesamtlänge von 12 km ergibt. In diesem Teil des Zuges, in dem nur noch eine größere Glassandgrube liegt, wird seine Verfolgung erleichtert durch den Umstand, daß der Glassand vielfach durch ein kieseliges Bindemittel zu einem nicht sehr festen Quarzsandstein verkittet ist, der in kleinen Kuppen im Walde an die Oberfläche tritt und an manchen Stellen sogar klippenartig dem Boden entragt. In früheren Zeiten ist auf diesen Sandsteinen, die sich von den Knollensteinen der Halleschen Braunkohlenformation stark unterscheiden, sogar ein Steinbruchbetrieb von allerdings nur örtlicher Bedeutung umgegangen. ...